DAS-Afrika-Pressespiegel, KW 4: Neue Offensiven

DAS-Afrika-Pressespiegel, KW 4: Neue OffensivenUK-Africa Investment Summit: Mit dem am 31. Januar bevorstehenden Austritt aus der EU steht für die Briten auch eine Neudefinierung der Beziehungen zu Ländern des afrikanischen Kontinents an. Vor diesem Hintergrund sind am Montag 16 afrikanische Staatschefs nach London zum UK-Africa Investment Summit gereist. Im Vergleich zu ähnlichen Formaten zwischen Afrika und Japan, Russland oder China ist diese Teilnehmerzahl eher gering. Boris Johnson hat dennoch klare Worte gefunden, wie er sich zum zukünftigen Verhältnis positioniert: mit „people before passport“ plädierte er für eine Reform des Einreiserechts, welche vor allem afrikanischen Talenten die Reise ins Vereinigte Königreich erleichtern soll.

Insbesondere Investitionen des britischen Privatsektors in erneuerbare Energie in Afrika wolle er künftig fördern und Investitionen in Kohleminen und -kraftwerke beenden. Von den zuständigen britischen Ministerien wurden hierzu Programme im Umfang von rund £400 Millionen bewilligt. Dabei sei man sich vergleichbarer Programme von der EU als künftigem Konkurrenten bewusst. Es wurde betont, sich von deren Konzepten positiv abzuheben. Darüber hinaus wurden auf dem Gipfel insgesamt 27 Investitionsdeals mit einem Gesamtvolumen von £6,5 Milliarden abgeschlossen. Dennoch bewerten einige Beobachter den Gipfel als vorerst reine Formalität mit wenig Substanz. Insbesondere die im Vorfeld geheime und selektive Einladungsliste an nur 21 der 54 Staaten des Kontinents sorgte für Kritik. Die Etablierung klarer Beziehungen mit Afrika werde noch viel Zeit in Anspruch nehmen, auch wenn allein die Ausrichtung des Gipfels die Ambition der Briten deutlich mache, ihre Handelsbeziehungen mit Blick auf den anstehenden Austritt aus dem EU-Binnenmarkt diversifizieren zu wollen.

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