DAS-Afrika-Pressespiegel KW 42: Staat und Gewalt

Umstrittene nigerianische Polizeieinheit aufgelöst: Die nigerianische Polizeieinheit SARS (Special Anti-Robbery Squad) wurde am Sonntag nach anhaltenden Protesten aufgelöst. Die Demonstrierenden werfen der SARS unverhältnismäßige Gewalt und kriminelle Aktivitäten wie Belästigung, Erpressung, Entführungen und außergerichtliche Tötungen vor. Die Proteste begannen zunächst online auf Twitter unter dem Hashtag #EndSARS, bevor landesweit überwiegend junge Menschen auf die Straße gingen, um gegen Polizeigewalt zu demonstrieren. In der Hauptstadt Abuja sowie in Lagos und anderen großen Städten wurden Hauptstraßen und Mautstellen blockiert.

Doch auch nach Ankündigung der Auflösung der berüchtigten Spezialeinheit gehen die täglichen Demonstrationen gegen Polizeigewalt im bevölkerungsreichsten Staat des Kontinents weiter. So fordern die Demonstrierenden von der Regierung Gerechtigkeit für die Opfer und Entschädigungen für betroffene Familien sowie eine Untersuchungskommission und Schulungen für Polizeibeamte. Kritisiert wird zudem, dass die SARS-Einheit zwar aufgelöst, die ehemaligen Mitglieder jedoch schlicht in andere Polizeieinheiten versetzt werden sollen. Nicht zum ersten Mal erhebt sich in Nigeria Protest gegen Polizeigewalt und explizit gegen SARS. Auch in den Vorjahren hatte die Regierung immer wieder Reformen oder die Auflösung der Polizeieinheit versprochen, trotzdem dokumentierte Amnesty International seit 2017 mehr als 82 Fälle von Missbrauch und Tötungsdelikten allein durch Mitglieder der SARS-Einheit. Die nigerianische Polizei geht währenddessen hart gegen die Proteste vor. Seit der letzten Woche verloren dabei nach Berichten von Amnesty International zehn Menschen ihr Leben.

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