DAS-Afrika-Pressespiegel, KW 51: Forderungen nach mehr

Wahlergebnisse in Algerien: Am gestrigen Donnerstag wurde der mit 58,15% der Stimmen direkt gewählte Abdelmajid Tebboune als neuer Präsident Algeriens vereidigt, nachdem das Amt zuvor zehn Monate unbesetzt gewesen war. Die Wahl in der vergangenen Woche war von großen Teilen der Bevölkerung boykottiert worden und wurde von massiven Protesten begleitet. Es wird nicht erwartet, dass der 74-Jährige, Mitglied der ehemaligen Regierungspartei Front de Libération Nationale (FLN), für den von den Demonstranten geforderten Politikwechsel sorgen wird.

Nach Verkündung des Wahlergebnisses brachen neue Proteste in der Hauptstadt des Landes aus, welche Verhaftungen mit sich zogen. Tebboune trat zwar als unabhängiger Kandidat an, es wird ihm jedoch eine besondere Nähe zum Armeechef des Landes, Ahmed Gaïd Salah, nachgesagt. Dieser übernahm während der vergangenen Monate die führende Rolle im Land. Unter der Amtszeit von Ex-Präsident Abdelaziz Bouteflika hat Tebboune seit 1999 bereits diverse Ministerämter bekleidet, 2017 war er für wenige Monate auch Premierminister. Er versprach im Dialog auf die Demonstranten zuzugehen und kündigte die Einsetzung eines jungen Kabinetts sowie eine Überarbeitung der Verfassung an. Bisher zweifeln die Demonstranten dennoch seine Glaubwürdigkeit und Legitimation an.

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