Dentists for Africa unterstützt Waisenkinder in Kenia

Dentists for Africa unterstützt Waisenkinder in Kenia
Foto: J. Wiest

Zehn Prozent aller Kinder in Kenia sind Waisen, die Aids-Rate der Erwachsenen liegt teilweise bei über 30 Prozent. Dentists for Africa betreibt schon seit fast 20 Jahren ein Patenschaftsprojekt im Westen Kenias, nahe des Victoriasees. Mithilfe deutscher Patenschaftsfamilien wird den Kindern eine Schul- und spätere Berufsausbildung ermöglicht und so eine Zukunftsperspektive gegeben.

Es sind Ferien in Kenia, aber trotzdem ist in einem der leeren Schulgebäude reger Betrieb. Etwa 40 Jugendliche im Alter von 15 bis 18 Jahren stehen sich in einem großen Raum paarweise gegenüber. Jeweils einer der Jugendlichen hält einen Spiegel in der Hand.

Wir sind zu Gast bei einem Weiterbildungsseminar der deutschen Hilfsorganisation Dentists for Africa (DfA). Die Teilnehmer haben gerade ein Gedicht über sich selbst geschrieben und lesen es nun vor, während sie sich selbst im Spiegel ansehen. Die Übung ist Teil eines Workshops zur Persönlichkeitsentwicklung und Selbsterkenntnis. Danach sind die Jugendlichen bewegt und nachdenklich. Sie gehen auf Internate und leben in einfachen Verhältnissen. Viele sehen sich nicht oft im Spiegel. „Ich habe gelernt, dass ich sein kann wer ich bin“, sagt eine Teilnehmerin. „Mir ist klar geworden, dass ich stark bin und mein Leben selbst in die Hand nehmen kann“, sagt eine andere.

Kinder und Jugendliche in Kenia

DfA betreibt schon seit fast 20 Jahren ein Patenschaftsprojekt im Westen Kenias, nahe des Victoriasees. Hier liegt die Aids-Rate teilweise bei über 30 Prozent. Viele Kinder wachsen daher ohne ihre Eltern auf. Zehn Prozent aller Kinder in Kenia sind Waisen. Im Laufe ihres Heranwachsens erleben sie, wie mehrere nähere Verwandte an der Krankheit sterben. Sie wachsen bei Pflegeeltern auf, die oft selbst in bitterer Armut leben und das Geld für Schulgebühren, Schuluniformen und Bücher unmöglich aufbringen können. Die Kinder müssen zu Hause bleiben, wenn ihre Altersgenossen in die Schule gehen und blicken einer ungewissen Zukunft entgegen.  Zunehmend ist der erweiterte Familienkreis nicht mehr in der Lage, sich um die wachsende Zahl von Waisenkindern zu kümmern. So kommt es zu sogenannten Kinderfamilien, in denen Kinder ohne erwachsene Bezugsperson leben und ganz auf sich allein gestellt sind.

Patenschaften bei DfA

In dem Patenschaftsprojekt werden die Kinder an deutsche Pateneltern vermittelt, die die Kosten für eine gute Schul- und spätere Berufsausbildung übernehmen. Die Patenschaften zeichnen sich durch besondere Transparenz aus. Durch die enge Zusammenarbeit mit kenianischen Partnern, werden die ärmsten und schutzlosesten Kinder mit dem Projekt erreicht. Da die Kinder ohne Eltern aufwachsen, organisiert DfA Seminare in Kenia, bei denen Betreuung, Beratung und Workshops angeboten werden. Dabei wird zum Beispiel diskutiert, wie eine gesunde Beziehung aussehen sollte oder wie man Gruppenzwang wiederstehen kann.  Bislang wurden über 850 Patenschaften vermittelt. 150 nun junge Erwachsene konnten durch das Projekt eine Berufsausbildung abschließen. Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist in Ländern wie Kenia besonders wichtig. Etwa 50 Prozent der Bevölkerung sind unter 18 Jahren, das Durchschnittsalter ist 19. Darin liegt ein ungeheures Potenzial, das aber nur durch Bildung, Förderung und Betreuung genutzt werden kann.

Zukunftsperspektiven geben

Für die Kinder bedeutet das Projekt eine einmalige Chance, ihr Leben frei zu gestalten. Vera Adoro studiert Geschichte und Philosophie an der Kenyatta Universität in Nairobi. Sie wurde als Kind in das Programm aufgenommen und erzählt: „Mein Vater starb 1999 als ich gerade einmal fünf Jahre alt war. Meine Mutter hat mich aufgezogen. Ab der fünften Klasse wurde ich durch meine Pateneltern gefördert. Ich konnte auf eine Internatsschule gehen, dann auf das Gymnasium. Jetzt bin ich auf der führenden Universität Kenias“.

Über Dentists for Africa

Dentists for Africa ist eine Hilfsorganisation aus Deutschland, die in Kenia mehrere Zahnstationen betreibt, um die zahnmedizinische Versorgung der notleidenden Bevölkerung zu verbessern und dabei auch soziale Projekte betreut. Dazu gehört die Vermittlung von transparenten Patenschaften und die Witwenkooperative St. Monica Village, die von der Aids-Epidemie betroffenen Witwen ermöglicht, ein selbstbestimmtes Leben zu führen und sich und ihre Kinder eigenständig zu versorgen. 250 Witwen sind derzeit Mitglieder der Kooperative. Bis heute hat Dentists for Africa 13 Zahnstationen in Kenia aufgebaut und über 850 Patenschaften vermittelt. Etwa 250 Kinder haben das Patenschaftsprojekt erfolgreich durchlaufen, 150 davon haben bereits eine Berufsausbildung abgeschlossen.

Weitere Informationen finden Sie unter www.dentists-for-africa.de/de/ und auf Facebook unter www.facebook.com/dentists.africa.