Deutsch-afrikanische Projekte im Biozentrum der Uni Würzburg

Deutsch-afrikanische Projekte im Biozentrum der Uni Würzburg

Schlafkrankheit, Lassa-Fieber und andere Infektionen: Rund 100 Wissenschaftler aus Afrika und Deutschland präsentieren an der Uni Würzburg ihre gemeinsamen Forschungsprojekte im Bereich der Infektiologie – bei einer Tagung vom 10. bis 13. Juni im Biozentrum. 

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert seit 2009 gemeinsame deutsch-afrikanische Forschungsvorhaben über Infektionskrankheiten bei Menschen und Tieren. Sie unterstützt auch begleitende sozialwissenschaftliche Forschungen, denn viele Infektionskrankheiten in Afrika hängen eng mit der Armut zusammen.

Die von der DFG geförderten Projekte befassen sich zum Beispiel mit Schlafkrankheit, Lassa-Fieber oder Leishmaniose. Die beteiligten Partner treffen sich von Mittwoch bis Samstag, 10. bis 13. Juni 2015, zu einer Netzwerktagung im Biozentrum der Universität Würzburg. 40 Forschende aus Deutschland und 67 Wissenschaftler aus 18 Ländern Afrikas präsentieren hier insgesamt 22 Projekte.

Die bisherigen Netzwerktreffen fanden auf Einladung der DFG 2010 in Berlin, 2011 in Accra (Ghana), 2012 in Bad Honnef und 2014 in Dar es Salaam (Tansania) statt.

Vernachlässigte Tropenkrankheiten im Blick
Veranstaltet wird die Tagung von der DFG, Organisator vor Ort ist Professor Markus Engstler, Inhaber des Lehrstuhls für Zell- und Entwicklungsbiologie an der Universität Würzburg. Engstler ist Experte für die Schlafkrankheit und Mitgründer des Deutschen Netzwerks gegen vernachlässigte Tropenerkrankungen (DNTDs), das es seit 2014 gibt. Das Netzwerk vereint Akteure aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft; seine Mitgliederversammlung findet jetzt im Umfeld der DFG-Tagung in Würzburg statt.

Vernachlässigte Tropenerkrankungen: So bezeichnen Wissenschaftler Leiden wie die tödlich verlaufende Schlafkrankheit, die in den Tropen weit verbreitet sind, zu deren Bekämpfung weltweit aber kaum oder keine Anstrengungen unternommen werden. Und das obwohl 1,9 Milliarden meist arme Menschen von solchen Krankheiten betroffen sind.

Laut Engstler hat sich das Netzwerk sehr dynamisch entwickelt: „Wir haben erreicht, dass die Thematik der vernachlässigten Tropenerkrankungen Anfang Juni auf dem G7-Gipfel in Elmau behandelt wird.“ Außerdem sei ein Antrag der Regierungskoalition aus CDU/CSU und SPD an den Bundestag in Vorbereitung – mit dem Ziel, die Forschung und Entwicklung für die Bekämpfung von vernachlässigten Tropenerkrankungen zu stärken.

DFG unterstützt einschlägige Forschungsprojekte
Für die Forschung über Infektionskrankheiten wie Aids, Malaria und Tuberkulose gibt es finanzstarke internationale Förderprogramme. Im Vergleich dazu bleibe die Erforschung anderer schwerwiegender Infektionskrankheiten bei Menschen und Nutztieren unterproportional. Die DFG ermutigt deshalb Wissenschaftler, im humanmedizinischen Bereich die Förderung für Projekte zu diesen vernachlässigten Krankheitsbildern zu beantragen.

Neben der wissenschaftlichen Qualität ist es laut DFG ein wesentliches Förderkriterium, jungen afrikanischen Wissenschaftlern in ihren Heimatländern nachhaltige akademische und berufliche Karrieren zu ermöglichen. Mittel könnten für die deutschen und die afrikanischen Projektpartner beantragt werden; zudem würden Anforderungen an die Grundausstattung der Projekte im Fall der afrikanischen Institutionen anders gehandhabt. (idw, Foto: Uni Würzburg))