Deutscher Afrika-Preis für tunesischen Gewerkschaftsführer und Friedensstifter

PortraitHoucineAbassiOct2012Bundespräsident Joachim Gauck überreicht am 19. November 2015 den Deutschen Afrika-Preis an Houcine Abassi
Tunesiens führender Gewerkschafter Houcine Abassi erhält am 19. November 2015 in Berlin den diesjährigen Deutschen Afrika-Preis. Er wird für seine herausragende Rolle bei der Lösung der politischen Krise nach der Revolution 2010/2011 und als Gründer eines Mediationsquartetts, welchem eine tragende Rolle bei der Ausarbeitung der neuen tunesischen Verfassung zukommt, gewürdigt.

Angesichts des erneuten Terroranschlags im tunesischen Sousse Ende Juni traf sich Houcine Abassi jeweils zu einem Vier-Augen-Gespräch mit Präsident Beji Caid Essebsi und Ministerpräsident Habib Essid.

In einem öffentlichen Statement verurteilte der Generalsekretär der UGTT (Union Génerérale Tunisienne du Travail), der mit 800.000 Mitgliedern größten Nichtregierungsorganisation, die Anschläge und sprach den Opfern und deren Angehörigen seine Anteilnahme aus.

Er rief die UGTT Mitglieder und alle Arbeitnehmer dazu auf, sich gegen den Terror zu wehren und die Sicherheitskräfte sowie die Armee dabei zu unterstützen, Terroristen ausfindig zu machen. Er erinnerte an den Mut und die Ausdauer der Bevölkerung von Sidi Bouzid nach den letzten Terroranschlägen und warnte vor terroristischen Gruppierungen, die sich hinter einigen Parteien verstecken und nicht im Sinne der Demokratie handeln würden.

Laut Abassi sei es dringend an der Zeit eine klare außenpolitische Linie zu finden und mit Hilfe von internationaler und regionaler Unterstützung die tunesische Souveränität – auch mit dem Ziel der Terrorbekämpfung – zu wahren. Es müsse eine diplomatische sowie ökonomische Strategie entwickelt werden, um sowohl den Tourismus, aber auch andere Wirtschaftssektoren zu stabilisieren. Tunesien dürfe nicht zur Geisel des Terrors werden. (Afrika Stiftung, Foto: flickr)