Deutschland/Tunesien: Joachim Gauck überreicht Deutschen Afrika-Preis 2015 an Houcine Abassi

AbassiBerlin, 20. November 2015 – Am gestrigen Donnerstag Abend wurde in Berlin Gewerkschaftsführer Houcine Abassi „für seine herausragende Rolle bei der Lösung der politischen Krise nach der tunesischen Revolution“ mit dem Deutschen Afrika-Preis 2015 geehrt. Überreicht wurde der Preis im Historischen Kassensaal der KfW Bankengruppe von Bundespräsident Joachim Gauck. Es brauche so viel mehr Menschen wie Houcine Abassi, betonte der Bundespräsident in seiner Laudatio, „Männer und Frauen, die auf Dialog und Kompromisse setzen – nicht auf Diktatur und Waffen“.Houcine Abassi gilt als „Vater des nationalen Dialogs“. Durch seinen unermüdlichen Einsatz bei der Lösung der politischen Krise nach der Revolution 2010/2011, ist er zum Friedensstifter geworden. Beeindruckt habe die diesjährige Jury des Deutschen Afrika-Preises Abassis außergewöhnliche Fähigkeit durch die hohe Kunst des Zuhörens, ohne Ambitionen auf ein politisches Amt, einen Dialog einzuleiten, der zu akzeptablen und nachhaltigen Kompromissen führte, so Jurypräsident Dr. Volker Faigle.

Während seines Aufenthalts in Deutschland trifft sich Abassi mit Vertreterinnen und Vertretern der deutschen Politik und Wirtschaft sowie mit hiesigen Gewerkschaftsangehörigen. Auch Bundespräsident a.D. Horst Köhler traf sich mit dem designierten Friedensnobelpreisträger zu einem Abendessen. Und bei einer Podiumsdiskussion in der Friedrich Ebert Stiftung heute wird der Preisträger mit politikinteressierten Berlinerinnen und Berlinern ins Gespräch kommen und die Frage diskutieren, inwiefern Tunesiens Weg zur Demokratie auch Vorbild für andere Länder sein kann. (DAS, Foto: flickr/Magharebia)