DR Kongo: Weiterhin sehr unsichere Lage in Goma

Goma – Die Sicherheitslage in dem Camp Mugunga III für Binnenvertriebene in der Nähe von Goma in der Demokratischen Republik Kongo (DRC) bleibt sehr unsicher. Soldaten und bewaffnete Männer befinden sich weiterhin im und in der Nähe des Lagers.

Die Anwesenheit von bewaffneten Gruppen im Mugunga-III-Lager und an anderen Standorten rund um Goma, an denen sich Binnenvertriebene aufhalten ist eine Bedrohung für den zivilen Charakter der Lager. UNHCR hat bereits mehrmals alle Seiten aufgefordert, den zivilen Charakter zu respektieren. Darüber hinaus sind die Binnenvertriebenen (IDPs) dem Risiko von Verletzung ihrer Grundrechte, einschließlich körperlicher Sicherheit und Integrität, ausgesetzt.

UNHCR wiederholt seine Aufforderung an alle bewaffneten Gruppen und Akteure, diese Lager nicht zu betreten. Zivilisten müssen vor Schäden geschützt werden und jeder Einsatz von bewaffneten Gruppen in dicht besiedelten Gebieten sollte vermieden werden.

Plünderungen in der Region
Leider kommt es innerhalb und in der Nähe der Camps immer wieder zu lebensbedrohlichen und gewaltsamen Zwischenfällen. Am 14. Dezember sind Bewaffnete in das Mugunga-III-Camp eingedrungen – offenbar auf der Suche nach Hilfsgütern, darunter Plastikplanen, Lebensmittel und Wasser. Zwei Menschen wurden durch Schüsse verletzt.

In der Nacht vom 9. auf 10. Dezember haben Bewaffnete mehrere Häuser in der Nähe von Mugunga III geplündert und Waren oder Geld verlangt; drei Menschen werden bei einem Schusswechsel verletzt. In der Nacht vom 1. auf 2. Dezember haben bewaffnete Männer Teile von dem Mugunga-III-Lager geplündert und mehrere Frauen vergewaltigt.

Auch die allgemeine Sicherheitslage rund um Goma bleibt durch die Präsenz von Regierungstruppen, M23 und anderen bewaffneten Gruppen sehr angespannt. Die Unsicherheit über den Fortschritt der Friedensverhandlungen in Kampala, Uganda, zwischen der Regierung der DRC und der M23 fachen die unsichere Situation zusätzlich an.

Kämpfe zwingen Tausende zur Flucht
Auch Kämpfe weiter im Osten der Demokratischen Republik Kongo – also nördlich von Goma – haben etwa 4.000 Menschen dazu veranlasst, über die Grenze in den Südsudan zu fliehen. Die Flüchtlinge haben die Grenze im Dorf Agorobo überquert.

Die meisten der zuletzt Eingetroffenen sind Frauen mit kleinen Kindern und einzelne oder unbegleitete Kinder. UNHCR priorisiert die Identifizierung der unbegleiteten Kinder, um sicher zu stellen, dass sie als besonders gefährdete Gruppe, besonderen Schutz bekommen.

UNHCR hat die Flüchtlinge im Südsudan mit Hilfsgütern versorgt und arbeitet zusammen mit den südsudanesischen Behörden daran, die Menschen in den nächsten drei bis vier Tagen an einen sicheren Platz weiter weg von der Grenze, zu bringen. Momentan werden mögliche Standorte überprüft, um sicher zu sein, dass Landminen die Flüchtlinge nicht gefährden. (unhcr)

Foto: Das Mugunga III Lager westlich von Goma, DRK