Dt. Kurzversion ONE-Bericht „Reif für den Wandel: Afrikas Zusagen, Afrikas Landwirtschaft

deAAuf dem AU-Gipfel Ende Januar stellte ONE aus Anlass des „Afrikanischen Jahres der Landwirtschaft und der Ernährungssicherheit“ diesen Bericht im Rahmen der Do Agric-Kampagne vor, mit der afrikanische Regierungen dazu aufgerufen wurden, Kleinbäuerinnen und Kleinbauern stärker und intelligenter zu unterstützen.

Gut sechs Wochen vor dem AU-Gipfel in Malabo / Äquatorialguinea, auf dem sich afrikanische Regierungen auf neue Verpflichtungen im Bereich der Landwirtschaft einigen wollen, gehen nun nicht nur die Verhandlungen, sondern auch die Do-Agric-Kampagne in die heiße Phase.

Inzwischen unterstützen die Kampagne rund 600.000 Afrikanerinnen und Afrikaner, darunter 19 Musikerinnen und Musiker aus 11 afrikanischen Ländern, die zusammen mit dem Song „Cocoa na chocolate“ eine Botschaft an afrikanische Staats- und Regierungschefs senden: Do Agric, It Pays!

Der ONE-Bericht hält fest, dass landwirtschaftliches Wachstum in Sub-Sahara-Afrika elf Mal so wirksam bei der Bekämpfung extremer Armut ist, wie Wachstum in anderen Bereichen. Deshalb werden in dem Bericht zehn politische Empfehlungen an afrikanische Regierungen, die auf der Basis von Konsultationen mit afrikanischen Bauernverbänden und NGOs entwickelt wurden, formuliert.

Der englischsprachige Gesamtbericht enthält darüber hinaus drei Fallstudien landwirtschaftlich sehr erfolgreicher Länder (Ghana, Äthiopien, Burkina Faso) sowie zwei Empfehlungen für Geberländer wie Deutschland:

In dem afrikanischen Landwirtschaftsprogramm CAADP unterstützen sich afrikanische Länder gegenseitig dabei, Landwirtschaftsstrategien und dazugehörige Investitionspläne zu entwickeln. Selbst wenn afrikanische Regierungen, wie in mehreren Fällen geschehen, zunehmend Haushaltsmittel für Landwirtschaft bereitstellen, werden Finanzierungslücken bleiben, die die Geber durch erhöhte Investitionen schließen sollten. Daher ist die Ankündigung der deutschen Regierung im neuen Afrikakonzept des BMZ, die jährlichen landwirtschaftlichen Zusagen auf mindestens € 1 Milliarde zu erhöhen und insbesondere in Afrika einzusetzen, äußerst begrüßenswert. Eine gute Möglichkeit, die zusätzlichen Mittel, wie im Konzept angestrebt, an CAADP auszurichten bietet das Global Agriculture and Food Security Program (GAFSP). GAFSP ist der einzige multilaterale Fonds, der direkt nationale landwirtschaftliche Investitionspläne finanziert. Ein deutscher GAFSP-Beitrag würde damit die hervorragende technische Zusammenarbeit der GIZ mit CAADP ergänzen.

Wenn die AU-Mitglieder im Juni neue landwirtschaftliche Verpflichtungen eingehen, bietet sich der internationalen Gebergemeinschaft in der zweiten Jahreshälfte und im Jahr 2015 auf internationalen Foren wie dem G7-Gipfel, der G20 und im Rahmen der EU-Afrika Partnerschaft die Möglichkeit, sich auf gezielte Unterstützung für diese afrikanischen Vorhaben zu einigen. Die bemerkenswerte finanzielle Priorisierung in Deutschland kann auch dazu genutzt werden, andere Geberländer davon zu überzeugen, mehr in Landwirtschaft zu investieren. (ONE)