Ebola / Guinea: Bluttest sagt Verlauf der Krankheit vorher – „Molekularer Barcode“ verrät individuelle Überlebenschancen

ebola-irin02Einen „molekularen Barcode“ im Blut von Ebolapatienten hat ein internationales Wissenschaftlerteam identifiziert. Dieser sagt vorher, ob die Betroffenen wahrscheinlich überleben oder an den Folgen der Erkrankung sterben werden. Experten der University of Liverpool, von Public Health England und der Boston University haben hierfür Blutproben von infizierten und sich von der Erkrankung erholenden Personen untersucht, die beim Ausbruch 2013 bis 2016 in Westafrika infiziert wurden.

Virenlast entscheidend
Im Zuge der aktuellen Studie gelang es, Genprodukte zu identifizieren, die klare Vorhersagen der Prognose von Patienten ermöglichen. Die in „Genome Biology“ veröffentlichten Ergebnisse liefern neue Daten zu den Ursachen der Virusinfektion und legen nahe, dass diese Art der Blutanalyse in künftige Strategien zur Bekämpfung dieser Krankheit integriert werden könnten. Bisher ist trotz aller Bemühungen der vergangenen Jahre nicht wirklich erforscht, welche Vorgänge ein Überleben der Betroffenen ermöglichen oder zu einem tödlichen Ausgang der Infektion führen.

Die Menge des Virus, die im Blut nachgewiesen wird, kann von entscheidender Bedeutung sein. Dieser Ansatz funktioniert bei Prognosen für Patienten mit einer extremen Virenbelastung gut. Beim Großteil der Fälle bewegt sie sich jedoch in einem mittleren Bereich. Vorhersagen verteilten sich daher ungefähr gleich auf Überleben oder Sterben. Die Ergebnisse der Studie identifizieren eine kleine Anzahl von Genen, deren Expression unabhängig von der Virenbelastung eine genaue Vorhersage des Krankheitsverlaufs ermöglichen.

Schwere Leberschäden
Die vom European Mobile Laboratory in Guinea gesammelte Proben von Patienten, die sich entweder erholten oder an der Krankheit starben, wurden mit Verfahren der Genomforschung untersucht, um die Expression der mRNA zu identifizieren und zu quantifizieren. Diese Ergebnisse wurden mit den Blutproben einer weiteren Gruppe von Überlebenden verglichen, die keine Virenbelastung mehr aufwiesen. Die Analyse lieferte entscheidende Infos über die Reaktion des menschlichen Wirts bei einer Ebolainfektion.

Es zeigte sich, dass eine sofortige Immunreaktion keinen Einfluss darauf hatte, ob die Patienten überlebten oder nicht. Die Daten wiesen auch darauf hin, dass das Virus eine schwere Schädigung der Leber verursacht. Die Studie wurde vom National Institute for Health Research Health Protection Research Unit in Emerging and Zoonotic Infections und von der United States Food and Drug Administration finanziert. (pte, Foto: irin)