"Ebolasicheres" Tablet entwickelt - Chlorbeständiges Gerät erleichtert Erfassen von Patientendaten

„Ebolasicheres“ Tablet entwickelt – Chlorbeständiges Gerät erleichtert Erfassen von Patientendaten

Ein Tablet-, das ein Übergießen mit Chlor aushält, haben Freiwillige aus dem Technikbereich gemeinsam mit Google entwickelt. Ziel war es, damit Ärzte zu unterstützen, die Ebola-Patienten versorgen. Das Gerät kann daher mit Schutzhandschuhen bedient werden und widersteht auch Stürmen sowie großer Feuchtigkeit. Ärzte ohne Grenzen (MSF) hatte um Unterstützung bei der Sammlung wichtiger Patientendaten ersucht. Auf dem Höhepunkt des derzeitigen Ebola-Ausbruchs mussten Ärzte diese Informationen durch lautes Rufen weitergeben, um eine Kontaminierung zu verhindern.

 

Die Krankheit wird durch engen Kontakt mit infizierten Körperflüssigkeiten übertragen. Laut MSF kann sogar ein einziges Blatt Papier aus einem Quarantänebereich die Gefahr einer Übertragung mit sich bringen. Das mündliche Weitergeben von Informationen mit Gesichtsmasken und über eine größere Entfernung ist aber eine mögliche Fehlerquelle. Freiwillige suchten nach einer Lösung für dieses Problem. Sie wurden später auch von Google unterstützt. Das Tablet verfügt über eine wasserdichte Hülle auf industriellem Niveau, erklärte Ivan Gayton, der Technikberater von MSF.

 

Tablet für extreme Bedingungen

Das Tablet kann in eine 0,5-prozentige Chlorlösung eingetaucht werden, die Ebola abtötet. Das Tablet weist keine scharfen Kanten auf, um eine Beschädigung der Schutzkleidung zu vermeiden. Das Gerät kann rasch kabellos geladen werden. Es verbindet sich ebenfalls über Funk mit einem winzigen Server, der ungefähr so groß wie eine Briefmarke ist. Die Mediziner und das Pflegepersonal verwenden das Tablet, um die Fortschritte der Patienten aufzuzeichnen. Werte wie der Puls oder das Fieber werden verglichen.

 

Neue Art von Zusammenarbeit

Laut Gayton ist noch immer sehr wenig über den Verlauf der Krankheit bekannt. „Wenn wir mehr und bessere Informationen über Ebola sammeln können, lernen wir auch mehr über die Krankheit und die besten Möglichkeiten, sie zu behandeln.“ Das Tablet wurde in Einrichtungen von Ärzte ohne Grenzen in Sierra Leone getestet. Die Organisation hofft, dass die Technologie für den Einsatz bei anderen Krisen wie zum Beispiel Ausbrüchen von Cholera adaptiert wird. Google-Produktmanager Ganesh Shankar erklärte laut BBC, dass diese Art von Partnerschaft zeige, wie Nichtregierungsorganisationen in Zukunft Technologie in ihre Arbeit integrieren können. (pte)