Engagierter Kölner bei den Little Stars in Kenia

littelstarsSchon seit April des Jahres haben die 300 Schüler und 12 Lehrer der Little Stars Academy im Westen von Kenia Verstärkung von einem Volontär aus Deutschland. Viele Organisationen in Kenia suchen auf speziellen Portalen im Internet kontinuierlich nach freiwilligen Helfern, die sie für einige Wochen oder Monate unterstützten. Die Grundschule Little Stars Academy hatte zuletzt das Glück einen sehr engagierten Helfer zu haben. Der Kölner Medienwirt Tobias Regesch kündigte seine Arbeit und kehrte der Heimat erst einmal den Rücken zu.

Vor Ort nahm er sich den wenigen vorhandenen Computern an und erstellte einen IT-Raum für Lehrer und Schüler. Einige der Rechner mussten erst mit Ersatzteilen aus Deutschland repariert werden. Der daraufhin folgende Unterricht gestaltete sich teilweise sehr langwierig. Wenn man gerade erst in einem Entwicklungsland angekommen ist, muss man sich an viele Sachen gewöhnen. Auch daran, dass die sehr eifrigen Schüler nicht wissen, was eine Maus oder eine Tastatur ist. Nach einigen Monaten gab es aber große Fortschritte und die ersten unterrichteten Lehrer konnten das neu erlange Wissen weitergeben. Die Vorteile der Computernutzung für Lehr-, Büro- und Verwaltungsaufgaben begeisterten alle.

Tiefgehende Erfahrungen
Die Mitarbeit wurde geschätzt und es entstand eine sehr gute Zusammenarbeit. Der Kontakt zu Menschen und vor allem den Schülern ist eine ganz besondere Erfahrung. Wie bei den meisten solcher Freiwilligenstellen kommt man meistens sehr familiär bei den Verantwortlichen der Projekte unter und dementsprechend intensiv ist auch der Kontakt zu der lokalen Bevölkerung. Gerade bei einem längeren Aufenthalt sind tiefgehende Erfahrungen sehr wahrscheinlich. Neben der dankbaren Zusammenarbeit im Fall von Tobias gab es natürlich auch Schattenseiten. Für einen Menschen, der europäische Standards gewohnt ist gibt es zwangsläufig vieles, was verwundert oder sogar schockiert. Bei der weit verbreiteten Armut sind Bettelei, Krankheit und auch der Tod leider sehr präsent. Die Beerdigung zweier an Malaria gestorbener Schüler war der traurige Höhepunkt für den Besucher aus der Ferne. Es ist eine große Herausforderung sich an solche Umstände zu gewöhnen bzw. damit zu Recht zu kommen.

Etwas Bleibendes schaffen
Als Tobias nur noch wenige Wochen in Kenia blieben, entschloss er sich neben der vielen Arbeit mit den Computern noch etwas Bleibendes schaffen zu wollen. Handlungsbedarf gibt es in der erst 15 Jahre alten Schule an vielen Ecken. Sie wurde seit der Gründung durch Frau Benter Odhiambo († 2013) wegen zunehmender Anmeldungen mehrmals vergrößert. Die Schulküche ist noch aus der Anfangszeit und nicht für die 160 Schüler, die täglich in der Schule essen, ausgelegt. Die Hygiene in der Wellblechhütte ist schockierend. Besonders problematisch ist aber die offene Feuerstelle für die Zubereitung der Mahlzeiten. Sie liegt direkt am Schulgebäude und so zieht je nach Feuerholz und Wind eine Menge Rauch in die Klassenräume.

Mit viel Motivation und Ehrgeiz erstellte Tobias einen kurzen Film über die Schule und das Problem mit der Küche um eine Internet-Spendenkampagne zu starten. Das Geld soll eine neu gemauerte Küche und einen komfortablen Ofen mit Schornstein finanzieren. Die Kampagne läuft noch bis zum 20. September und freut sich über jeden Unterstützer. Zu dieser Zeit hat Tobias seine Arbeit bei den Little Stars beendet und reist durch Südamerika.

Die Kanyala Little Stars Academy wurde in den frühen 2000er Jahren von Frau Benter Odhiambo gegründet. Sie wollte den gravierenden Auswirkungen der herrschenden HIV/AIDS Epidemie in ihrer Gemeinde etwas entgegen setzten. Vor allem die vielen Waisenkinder litten sehr unter der Situation und konnten nicht zur Schule gehen. Frau Odhiambo gründete die Grundschule als pensionierte Lehrerin. Auf der Insel Rusinga, wo die Schule liegt war sie besser bekannt als die warmherzige Mama Benter. Leider starb sie im Jahr 2013. Aber ihre Söhne, vor allem Samwel Asingo Odhiambo und sein engagiertes Team setzen die großartige Idee von Mama Benter weiter fort. (openPR)