Entwicklungsminister Müller: Ausbau erneuerbarer Energie in Afrika schafft große Chancen für neue Arbeitsplätze und einen wirksamen Klimaschutz

Deutschland verstärkt den Ausbau erneuerbarer Energien in Entwicklungsländern mit 500 Millionen Euro: Beim virtuellen UN-Klimagipfel sagte Bundeskanzlerin Merkel 500 Millionen Euro für den internationalen Klimaschutz zu. Die Mittel stammen aus dem Haushalt des Entwicklungsministeriums.

„Wir kommen weltweit beim Klimaschutz zu langsam voran. Kaum ein Land ist auf Kurs, um die Erderwärmung unter zwei Grad zu begrenzen. Lassen wir die Entwicklung so weiterlaufen, tragen vor allem die Entwicklungsländer die katastrophalen Folgen. Aus den heute schon 20 Millionen Klimaflüchtlingen können in wenigen Jahren 100 Millionen werden, die ihre Existenzgrundlage durch Hitzewellen, starke Unwetter oder extreme Dürren verlieren. Wir brauchen zusätzliche Initiativen, um einen Anstieg auf drei Grad zu verhindern“, so Entwicklungsminister Gerd Müller dazu.

„Es ist ein wichtiges Signal, dass Bundeskanzlerin Merkel beim UN-Klimagipfel ein stärkeres Engagement im Kampf gegen den Klimawandel angekündigt hat. Die deutsche Entwicklungspolitik wird 2020 und 2021 den Ausbau erneuerbarer Energien mit 500 Millionen Euro zusätzlich über die Weltbank und regionale Entwicklungsbanken unterstützen. Damit werden Wind- und Solarparks sowie bessere Energiespeicher und Verteilungsnetze in Entwicklungsländern, vor allem in Afrika, finanziert. Diese Mittel sollen auch umfangreiche private Investitionen mobilisieren.

Der Ausbau erneuerbarer Energie in Afrika schafft große Chancen für neue Arbeitsplätze und einen wirksamen Klimaschutz. Die europäische Wirtschaft sollte dieses Investitionspotenzial in Afrika viel stärker nutzen. Sie könnte sich einen vollkommen neuen Zukunftsmarkt erschließen.

Deutschland geht voran und hat seine internationale Zusage erfüllt, vier Milliarden Euro pro Jahr für den globalen Klimaschutz zu investieren. Jetzt müssen auch andere Länder wie die USA ihre Zusagen einhalten. Vor allem auch China oder die reichen Öl und Gas produzierenden Länder, deren Emissionen zu den höchsten der Welt zählen, müssen einen größeren Beitrag leisten.“

Internationale Klimafinanzierung

Die Industrieländer haben sich vor elf Jahren verpflichtet, bis 2020 jährlich 100 Milliarden US-Dollar an Klimafinanzierung zu mobilisieren. Derzeit klafft noch eine Lücke, vor allem die private Klimafinanzierung hinkt hinterher.

Deutschland zählt weltweit zu den größten Gebern für Klimafinanzierung und erfüllt seine internationalen Zusagen. 2019 hat die Bundesregierung vier Milliarden Euro investiert und die internationalen Klimamittel seit 2014 verdoppelt. Mehr als 80 Prozent des jährlichen Beitrags zur internationalen Klimafinanzierung Deutschlands stammen aus dem Haushalt des BMZ.

Die Allianz für Entwicklung und Klima leistet einen wichtigen Beitrag für zusätzliche private Finanzierung. Die 2018 von Entwicklungsminister Müller gegründete Allianz zählt bereits jetzt über 800 Unterstützer. Unternehmen, Verbände, Städte, Apotheken, Sportvereine sind dabei und fördern nachhaltige, klimafreundliche Entwicklung weltweit. Allein 2019 wurden dadurch über 2,5 Millionen Tonnen CO2 kompensiert. Das entspricht den Emissionen von 300.000 Menschen in einem Jahr.

Um bei den Wiederaufbauprogrammen zur Überwindung der Corona-Krise von Beginn an auf Klimaschutz zu setzen, hat das BMZ diese Woche mit der Weltbank eine „Green Recovery Initiative“ gestartet. Die deutsche Entwicklungspolitik stellt eine Anschubfinanzierung von 20 Millionen Euro bereit. Mit diesen Mitteln stärkt Deutschland die strategische Beratung von Finanzministerien und Zentralbanken bei „grünen“ Reformen, damit die Wiederaufbauprogramme der Weltbank direkt in Klimaschutz und den Abbau von Subventionen für fossile Brennstoffe fließen. Länder wie Großbritannien unterstützen die „Green Recovery Initiative“ ebenfalls“. (bmz, Foto: jensfriislund auf Pixabay)