Entzug der Geschäftsgrundlage für alle Afrika-Reiseveranstalter besteht fort: Verwaltungsgericht Berlin lehnt Einstweilige Verfügung zur Lockerung der weltweiten Reisewarnung ab

Am 12. Juni 2020 haben die Reiseveranstalter Elangeni African Adventures (Bad Homburg) und Akwaba Afrika (Leipzig) den Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung beim Verwaltungsgericht Berlin eingereicht. Dieser Antrag wurde am 10.07.2020 vom Verwaltungsgericht Berlin abgelehnt. Viele Reiseveranstalter für Fernreisen sind enttäuscht über diese Entscheidung.

Tansania, Namibia, Mauritius & die Seychellen sind entweder bereits für Touristen offen oder haben Pläne zur zeitnahen Öffnung bekannt gegeben. Das Infektionsgeschehen in den Ländern weist deutlich geringere Fallzahlen als in vielen europäischen Ländern auf, während gleichzeitig strenge Hygiene- und Eindämmungsmaßnahmen getroffen wurden. Trotz der offensichtlichen Gründe die gegen einen Fortbestand der unspezifischen weltweiten Reisewarnung des Auswärtigen Amtes, hat das Verwaltungsgericht Berlin den Antrag abgelehnt. „Wir sind enttäuscht, dass das Gericht unserer stichhaltigen Argumentation nicht folgen wollte und so und so praktisch den Entzug der Geschäftsgrundlage für alle Afrika-Veranstalter fort bestehen belässt“ äußert sich Heike van Staden in einer ersten Stellungnahme. David Heidler äußert sich ähnlich verhalten: „Das Auswärtige Amt muss sich im Hinblick auf die Grundlage der undifferenzierten weltweite Reisewarnung – mit Ausnahme von EU-Staaten – vorwerfen lassen, dass wirtschaftspolitische Interessen der EU-Länder eine größere Rolle spielen als tatsächliche gesundheits- bzw. sicherheitsrelevante Aspekte. Die einzige alternative Erklärung wären Inkompetenz oder Arbeitsverweigerung der Verantwortlichen. Keines dieser Szenarien ist akzeptabel.“

Eines hat sich in dieser Situation gezeigt: Die Touristik wehrt sich und wird weitere Einschränkungen nicht unkommentiert akzeptieren. Der touristische Mittelstand hat die Corona-Schockstarre überwunden und kämpft mit allen Mitteln um seine Existenz. (akwaba travel /openPR)