Erfahrungsbericht: mit VoluNation in Tansania

Erfahrungsbericht: mit VoluNation in TansaniaIn einem Kinderheim in Tansania gab Sarina Mathe- und Englischunterricht und lernte den Alltag des Landes kennen. 10 Wochen lang engagierte sich die 19-Jährige aus Heimertingen für „ihre“ Kinder.  

Sie liebt Afrika. „Das war meine Motivation für ein freiwilliges Projekt in Tansania. Ich wollte die fremde Kultur, Lebensweise, Traditionen und Mentalität kennen lernen und durch den Aufenthalt das Leben der Kinder ein Stück weit verändern“, erinnert sich Sarina. Ihr Wunschprojekt fand sie mit Hilfe von www.VoluNation.com im Internet und sie entschied sich, in einem Kinderheim zu helfen. „Während meines Aufenthaltes habe ich unglaublich viel erlebt“, sagt sie. Die Schule des Kinderheims ist auf Freiwillige angewiesen. „Man hat man schon am ersten Tag gemerkt, wie sehr man dort gebraucht wird.“

Im Allgemeinen unterrichtete sie eine Klasse in Mathe, Englisch und Wissenschaften. Gegen 9.30 Uhr morgens begann ihr Arbeitstag. „Mit den anderen Freiwilligen in meinem Projekt sind wir jeden Tag zu einer Minibus-Station gelaufen. Nach 15 Minuten Fahrt im Dalla-Dalla und einem kleinen Weg zur Schule waren wir da. Ich habe in meiner Zeit eine Klasse unterrichtet, die aus 13 Kindern im Alter von 7 – 10 Jahren bestand.

SarinaKEs hat ihr sehr viel Spaß gemacht, die Klasse zu unterrichten, meint sie. „In Mathe habe ich ihnen beigebracht, Zahlen von 1 bis 100 zu addieren, subtrahieren, multiplizieren und zu dividieren. In Englisch ging es um das Alphabet, verschiedene Wörter und das Bilden von Sätzen. In Wissenschaften haben wir die verschiedenen menschlichen Körperteile sowie Tiernamen auf Englisch behandelt.“

Nach eineinhalb Stunden Unterricht hatten die Schüler Pause. „Dann haben wir mit ihnen gespielt, uns um sie gekümmert oder Lernschwachen eine Unterrichtsvertiefung gegeben. Zum Spielen hatten wir verschiedene Bälle oder ein Springseil, wobei die Kinder immer etwas gefunden haben, um sich zu beschäftigen“, sagt sie. Ab und zu hat Sarina auch für die Kinder gekocht, das Essen in die Klassen gebracht oder Wasser aus einem nahegelegenen Fluss geholt.

Auch außergewöhnliche Aufgaben warteten auf sie. „Einer meiner Schüler kam verletzt in die Schule und ich ging dann mehrmals mit ihm in ein örtliches Krankenhaus, um für sein Wohlergehen zu sorgen. Natürlich war dies keine Pflicht, aber wer kann schon ein Kind leiden sehen, das sich niemals einen Arzt leisten könnte.“

Überraschungsausflug zum Spielplatz
Als besonderes Erlebnis hat Sarina einen Tagesausflug mit den Kindern in Erinnerung. „Mithilfe einiger Spenden konnten wir zwei Dalla-Dallas mieten, in denen alle Freiwilligen mit den Kindern und den Lehrern zu einem Spielplatz gefahren sind. Der Spielplatz gehört zu einem Hotel, jedoch kann dieser jederzeit besucht werden, dabei kostet der Eintritt für jedes Kind umgerechnet 2,50 Euro. Auf dem Spielplatz gab es alles, was ein Kinderherz begehrt. Schaukeln, Klettergerüste, Rutschen, Hüpfburgen, Bälle, Trampoline und vieles mehr. Die meisten Kinder haben so etwas vermutlich noch nie zuvor gesehen. Wir sind etwa 20 Minuten gefahren und natürlich wussten die Kinder nicht, wo es hingeht. Als wir an dem Spielplatz vorbeigefahren sind und sie die majestätische Hüpfburg hinter dem Zaun herausragen sahen, haben alle große, funkelnde Augen bekommen. Das war ein so herzergreifender Moment.

Nachdem wir am Spielplatz angekommen waren, haben wir nochmals die Kinder gezählt bevor der Spielplatz dann nur für uns seine Pforten geöffnet hat. Als die Kinder reingestürmt sind und sich so gefreut haben und alles austesten wollten, hat das jedes Herz erwärmt. Wir hatten einen superschönen Tag auf dem Spielplatz, die Kinder hatten Spaß und wir Freiwilligen hatten genauso viel Spaß. Natürlich hat jedes Kind nach dem Mittagessen ein paar Kekse zur Stärkung bekommen, da das Spielen und Austoben auf Dauer ganz schön anstrengend war. Als wir nach drei Stunden wieder zurück zur Schule fuhren, wollten die Größeren noch gar nicht nach Hause gehen und die Kleinen haben schon vor Erschöpfung geschlafen.“

Neben der Arbeit – Zeit für Land und Leute
Mit den anderen Freiwilligen von VoluNation hat Sarina fast jedes Wochenende etwas unternommen, um Tansania näher kennen zu lernen. „Wir waren zum Beispiel in einem Massai-Dorf, in dem uns das Leben der Massai näher gebracht wurde und sowohl Frauen als auch Männer für und mit uns gesungen und getanzt haben.“

Sie bewunderte Skulpturen und Gemälde im örtlichen Kultur-Museum, ging in Cafés oder schlenderte nach der Arbeit über heimische Märkte. „Dort kann man eine wunderbare Atmosphäre genießen und tolle Sachen kaufen. Auf dem Stoffmarkt gibt es unzählige traditionelle afrikanische Stoffe. Viele Freiwillige, so auch ich, kaufen sich dort Stoffe, um anschließend bei einem Schneider ein individuelles Kleidungsstück fertigen zu lassen, was nicht nur eine tolle Erinnerung ist, sondern auch richtig gut aussieht“, freut sie sich.

Ein besonderes Highlight war natürlich die Safari, erzählt Sarina. „Meine ging drei Tage durch den Tarangire-Nationalpark, den Ngorongoro-Krater, den Lake-Manyara-Nationalpark und fünf Tage durch die Serengeti. Es war unglaublich schön. Zum einen kann man dort eine einzigartige und wunderschöne Natur und Landschaft bewundern und zum anderen ist es spannend und interessant, Wildtiere, die man normal nur aus dem Fernsehen kennt, aus nächster Nähe zu betrachten.“ Außerdem besuchte sie eine Kaffeeplantage, war auf einer Schlangenfarm und Gast bei einer traditionellen Hochzeit.

Ganz neue Erfahrungen
In Tansania unterscheidet sich unglaublich viel von zu Hause, sagt Sarina. „Es ist nicht nur das Essen, der rasante Linksverkehr, die Sprache, die Verkaufsstrategien, die Kleidung, die Häuser und die Währung. Am meisten unterscheidet sich die Mentalität der Menschen. Schon sehr früh fällt einem der Unterschied auf, spätestens, wenn man in sein Projekt kommt. An meinem ersten Tag in der Schule sind sofort einige Kinder auf mich zu gerannt und haben mich umarmt und sich an mich gehängt. Ich dachte, dass sich das ändern würde, wenn man erst mal länger dort ist, aber es hat sich Gott sei Dank nicht geändert. Ich bekam jeden Tag eine gebührende Begrüßung und Verabschiedung, was manchmal auch zehn Minuten dauern konnte. So viele Umarmungen und Streicheleinheiten und Küsschen und Zuwendung wie in der afrikanischen Schule würde es in Deutschland niemals geben.“

Eine andere Erfahrung machte sie im Dalla-Dalla. „Da diese oft sehr überfüllt und eng sind, ist es schwierig für Frauen mit Kindern oder mit Waren und Einkaufstüten, einzusteigen und einen Sitzplatz zu finden, auf dem alles Platz hat. Deshalb helfen die Tansanier sich gegenseitig. Steigt eine Frau mit Kind ein, schnappt sich ein Passagier das Kind und setzt es während der Fahrt auf seinen Schoß, um der Mutter zu helfen und sie zu entlasten. Genauso ist mit den Waren. Der Zusammenhalt ist wahnsinnig groß. Außerdem muss man dort mit der afrikanischen Zeit leben, das heißt, man sollte, was die Uhrzeit angeht, nicht zu genau und pingelig sein. Wenn man sich um 18 Uhr verabredet, kann es schon mal 19 Uhr oder 19.30 Uhr werden. Aber man gewöhnt sich daran“, sagt sie lachend.

Der Abschied von Tansania fiel sehr schwer Ihren letzten Tag war wunderschön, erinnert sie sich. „Wir haben gemalt und getanzt und hatten viel Spaß zusammen. Einen Lehrer baten wir, den Kindern zu erklären, dass wir jetzt nach Hause gehen müssten. Für meine Schulklasse habe ich mit einer anderen Freiwilligen ein paar Geschenke vorbereitet, in denen selbstgemachte Armbänder, Süßigkeiten, Trinksäfte, Stifte, Fotos von ihnen und Fotos mit der gesamten Klasse einschließlich uns waren. Auch wenn sie sich unglaublich über unsere Geschenke gefreut haben, war es ein trauriger Abschied, da man nicht weiß, ob man sie je wieder sehen wird und was aus ihnen werden wird.“

In nicht allzu ferner Zukunft möchte Sarina ihren liebgewonnenen Kindern und Freunden in Tansania einen Besuch abstatten, verspricht sie.

Über VoluNation
VoluNation ist Spezialist für weltweite Freiwilligenarbeit. Neben einem umfassenden Beratungsangebot bietet VoluNation kurzfristig buchbare Freiwilligenprojekte in mehreren Staaten Afrikas, Asiens und Südamerikas an. Weitere Informationen sind im Internet unter www.VoluNation.com erhältlich.