Flüchtlingsfrauen kritisieren Brandenburger Landesregierung und fordern „Frauen und Kinder raus aus den Lagern!“

Flüchtlingsfrauen kritisieren Brandenburger Landesregierung und fordern „Frauen und Kinder raus aus den Lagern!“

Samstag, 7. März 2015, 14°° Potsdam Hbf.

Demonstration und anschließend Protestaktion vor dem Landtagsgebäude

Anlässlich des internationalen Frauentags demonstrieren Flüchtlingsfrauen und ihre Freundinnen und Freunde in der Landeshauptstadt Potsdam um menschenwürdiges Wohnen für asylsuchende Frauen und ihre Kinder einzufordern.

 

Die Flüchtlingsfrauenselbstorganisation ‚Women in Exile‘ kämpft seit langem für das Recht auf Privatsphäre für Flüchtlingsfrauen in Brandenburg. „Frauen in den sogenannten Gemeinschaftsunterkünften kämpfen dort um etwas, was wir dort nicht finden können: Ein Zuhause, ein sicherer Ort für uns und unsere Kinder.“ schildert Elisabeth Ngari, eine der Gründerinnen von ‚Women in Exile‘. „Deshalb fordern wir das Recht in privaten Wohnungen zu leben, wie andere auch.“

 

‚Women in Exile & Friends‘ kritisieren die Landesregierung, die seit Jahren Beschlüsse des Landtags, die Unterbringungssituation von Asylsuchenden menschenwürdiger zu gestalten nicht umsetzt.

 

Bereits im April 2011 beauftragte der Landtag Brandenburgs die Landesregierung, die “Mindestbedingungen für den Betrieb von Gemeinschaftsunterkünften” zu überprüfen, um die Lebensbedingungen von Asylsuchenden zu verbessern. Seitdem gab es immer neue Beschlüsse des Landtags, die die Landesregierung auffordern, die Unterbringungssituation von Flüchtlingen menschenwürdiger zu gestalten und langfristig auf die Unterbringung in Wohnungen auszurichten.

 

In die Realität umgesetzt wurden diese Landtagsbeschlüsse nie, im Gegenteil: Die Lager sind überfüllt und die Wohnsituation ist katastrophal. Die “Mindestbedingungen für den Betrieb von Gemeinschaftsunterkünften”, die seit April 2011 geändert werden sollen, gelten unverändert bis heute fort. Sie sehen sechs Quadratmeter Wohnfläche pro Person vor. Im Herbst 2014 wurde sogar die¬se Mindeststandards zeitweise außer Kraft gesetzt. Mittlerweile fördert die Landesregierung auch “Gebäude in “Leichtbauweise” – mit anderen Worten: den Bau von Container.

 

„Flüchtlingsfrauen leiden darunter am meisten.“ weiß Elisabeth Ngari, „Denn normalerweise sind die Frauen diejenigen, die sich verantwortlich fühlen, unter solchen menschenunwürdigen Lebensbedingungen den Alltag für die ganze Familie zu organisieren. Deshalb demonstrieren wir zum Internationalen Frauentag in Potsdam: Wir fordern von der Landesregierung Brandenburgs, dass sie ihre Versprechungen einlöst.“ (women-in-exile, Foto: Michael F. Mehnert)