Flüchtlingsgipfel in Brüssel zeigt: Menschenleben zu retten hat für die EU keine Priorität

Flüchtlingsgipfel in Brüssel zeigt: Menschenleben zu retten hat für die EU keine Priorität

Die gestern auf dem EU-Flüchtlingsgipfel beschlossenen Maßnahmen gehen weiter in eine Richtung, die sich bislang nicht nur als wirkungslos erwiesen, sondern auch tausende Menschenleben gekostet hat.

 

„Auch nach diesem EU-Gipfel wird es keine sicheren und legalen Alternativen zur Flucht übers Meer geben. Ohne solche Alternativen bedeutet ein Krieg gegen Schlepper aber zugleich einen Krieg gegen eben jene Menschen, deren Rettung laut Mitgliedstaaten Priorität haben soll. Bei dem gestrigen Treffen wurde beschlossen, in großem Umfang Finanzmittel und Ressourcen bereitzustellen, um den Schleppern den Krieg zu erklären. Wir sind überrascht, dass nicht ebenso viel Mittel und Ressourcen in die Rettung von Menschenleben investiert werden. Stattdessen verfolgen die Beschlüsse dieselbe politische Linie, die zur aktuellen Situation geführt hat. Sie legen den Fokus darauf, die Menschen von den Grenzen Europas fernzuhalten, indem sie die einzig existierenden Fluchtwege kappen. Auf diese Weise treiben sie die Menschen, die um ihr Leben fliehen, nur dazu, nach anderen Wegen zu suchen, die potentiell noch gefährlicher sind“, kommentiert Aurélie Ponthieu, Expertin für Migration bei Ärzte ohne Grenzen. (MSF)