Frankreich / Afrika: Pfändung von Flugzeugen kommt in Mode

Frankreich / Afrika: Pfändung von Flugzeugen kommt in Mode

Das Beschlagnahmen von Flugzeugen afrikanischer Fluggesellschaften zwecks Durchsetzung finanzieller Forderungen, die nichts mit dem betreffenden Flugzeug zu tun haben, scheint in Mode zu kommen. Nachdem Mitte Februar der Flieger des Präsidenten von Gabun, Ali Bongo, festgesetzt wurde (siehe unser Artikel: https://www.africa-live.de/gabun-praesidentenflieger-von-franzoesischem-gericht-in-paris-orly-blockiert), traf es nun die kongolesische Airline ECAir, die darüber hinaus sogar noch im Wet-Lease (d.h., Miete des Fliegers einschließlich Cockpit-Crew, Kabinenpersonal, Wartung und Versicherung) von der Schweizer Privatair betrieben wird.

 

Wie auch im Fall der gabunischen Maschine, die gerade „freigelassen“ und nach Libreville zurückführt wird, hat ein französisches Kassationsgericht den Forderungen eines Unternehmers stattgegeben und den Flieger gepfändet. Angeblich schulde der kongolesische Staat dem Gläubiger umgerechnet 70 Millionen Euro.

 

ECAir, eine sehr dynamische, aufstrebende Fluglinie unter der Leitung einer toughen Frau, Fatima Beyina Moussa (Foto), die laufend neue Ziele in Afrika ansteuert und damit dem Problem, dass man, um von einer afrikanischen Hauptstadt in eine andere zu gelangen, oft über Paris fliegen muss, mehr und mehr abhilft, wehrt sich in einer Pressemitteilung gegen diese Beschlagnahmung, denn sie sei völlig illegal. ECAir hat einen Anwalt beauftragt und verlangt nicht nur die Rückgabe des Fliegers sondern auch Schadenersatz. (ia, Foto: ECAir)