Friedrich Ebert Stiftung: Auswirkungen von Covid-19 auf den informellen Sektor in Subsahara-Afrika

Die Corona-Pandemie wirkt sich bereits jetzt verheerend auf die wirtschaftliche Lage in Subsahara-Afrika aus. Die informelle Wirtschaft ist hierbei besonders betroffen. In einer Region, in der nahezu 90% der Arbeitnehmer_innen ohne soziale Absicherungen arbeiten, hat dies Auswirkungen auf beinahe die gesamte Bevölkerung. Die Pandemie trifft diese Gruppe besonders hart, da sie nur selten von Gesundheitssystemen abgedeckt ist und ihren Lebensunterhalt mit niedrigen, instabilen und irregulären Einkommen bestreiten. Des Weiteren sind sie in lokalen und nationalen Regierungsstrukturen kaum vertreten und arbeitsrechtlich nicht geschützt.

Das Virus erreichte den Kontinent spät, breitete sich dann aber vor allem in den urbanen Regionen schnell aus. Die Regierungen haben teils drastische Maßnahmen ergriffen, um die Ausbreitung einzudämmen, die Bevölkerung zu schützen und die Volkswirtschaften vor allzu starken Einbußen zu bewahren. Dies ist beachtlich, da die Bedürfnisse der Arbeitnehmer_innen im informellen Sektor oft von den Regierungen ignoriert werden. Wie wenig Kenntnisse die Regierungen aber teilweise über diesen Sektor haben und wie schwer es ihnen fällt, gezielte Ansätze für diese Menschen zu entwickeln, zeigt sich daran, dass viele Maßnahmen an ihren Bedürfnissen vorbeigingen.

Weitreichende soziale Absicherungen notwendig
Die Pandemie unterstreicht eindrücklich, dass hier Nachholbedarf besteht. Die hohe Relevanz der Ausweitung von Gesundheitssystemen auf den informellen Sektor steht dabei im Zentrum. Damit einhergehen müssen aber auch weitere soziale Sicherungen, um die Menschen vor derartigen Schocks umfänglich zu schützen. Wichtig ist bei der Entwicklung solcher Maßnahmen die Einbindung von Organisationen des informellen Sektors, um zielgerichtete Ansätze identifizieren zu können.

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(Ebert Stiftung, Fotos: Ingrid Aouane)