Für Afrika: umdenken, nachdenken und zielgerichtet handeln – auf beiden Seiten

Mit der durch die Pandemie heraufbeschworenen globalen Krise ist der afrikanische Kontinent einer starken nachhaltig wirkenden Belastung seiner Menschen ausgesetzt worden. Ich beobachte immer wieder die dazu umfangreich erschienen Darlegungen von Politik, von Medien und den mit Afrika befassten Organisationen, die sehr verbale Inhalte haben, die populistisch wirken, aber präziser die Corona-Lage in den Ländern bewerten sollten.

Die  breit verlaufenden Aktivitäten deutscher Partner auf dem Kontinent bedürfen kräftigerer  Engagements für die Entwicklung in den Ländern und müssen zielgesichtet sein auf die lokalen Strategievorhaben jedes Landes.

Hierzu finde ich besonders interessant, dass gerade jetzt in der Corona-Krise das vom Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Dr. G. Müller verfasste Buch mit dem Titel „ Umdenken – Überlebensfragen der Menschheit“ erscheint.

Ich bin davon sehr beeindruckt und sehe die Frage, verstehen wir die sehr komplizierte Situation richtig und sind wir in der Lage, ein konkretes Handeln auf die konkreten Bedingungen zu konzipieren. Wie revolutioniert sich Afrika?

Minister Dr. Müller redet Klartext. Er legt seine eigenen praktischen Erfahrungen aus seiner langjährigen Entwicklungszusammenarbeit Deutschlands dar, mit seinen vielen Erlebnissen  bei Menschen in Afrika, und liefert wichtige Schlussfolgerungen für unsere künftigen  Beziehungen mit Afrika.

Afrikanische Länder müssen gleichfalls energisch umdenken und eine nationale strategische Neuausrichtung entwerfen. Darin sind Maßnahmen notwendig zur Verbesserung der Stützung der privaten Wirtschaft, wofür Partner von außen notwendig sind.

Das katastrophale Bild aus der global wirkenden Coronakrise in Afrika entstand eindeutig aus dem Ausmaß der Schrumpfung der Wirtschaft Europas, Asiens und Amerikas und wird sich auf die Wachstumsraten des Kontinents der nächsten Jahre auswirken. Einbrüche haben die Ölländer wie z.B.  Nigeria, Algerien und Angola mit den sinkenden Exporterlösen, im Absatz der afrikanischen Agrarerzeugnisse durch Erlöseinbußen für Baumwolle, Palmöl, Soja, als auch im Bereich mineralischer Rohstoffe.

Ich sehe sehr bewusst schon heute und weiter nach Corona die Herausforderung in einem neuen progressiven Ansatz für Kooperationen mit darin, die industrielle Entwicklung der Agrarwirtschaft in den Fokus zu nehmen.

Verbunden mit der interessanten Afrika-Analyse von Minister Dr. Müller steht 2020, als entscheidendes Jahr für die EU die Ansage, die Herausforderung: nicht weiter so, sondern Europa muss als Nachbarkontinent seiner umfassenden Verantwortung nachkommen und Kooperationen entwickeln.

Es ist bedauerlich, dass der für 2020 geplante, wichtige EU-Afrika-Gipfel nun coronabedingt  auf 2021 verschoben werden musste. (Dipl.oec.Gerd Eckert)