Gabun: Gegen Fettleibigkeit, für die Umwelt

Air France richtet zukünftig ihre Ticketpreise ab Libreville nach dem Gewicht der Passagiere
„Ein toller Sieg für unsere Sache“, freut sich Frau Abessolo (Foto).
Der gabunische Verein „Retrouver son âge“ (in etwa: „Sieh wieder altersgemäß aus“), der sich den Kampf gegen das Übergewicht auf die Fahnen geschrieben hat und von der Finanzdirektorin der gabunischen Zivilluftfahrtbehörde ANAC geleitet wird, hat eine Vereinbarung mit Air France unterzeichnet:

vom 1. Mai 2014 an zahlen Passagiere in der Economy Class ab Libreville ihre Tickets im Verhältnis zu ihrem Gewicht, berichtet die ANAC auf ihrer Webseite (www.anacgabon.org). Die Rechnung ist einfach …

Ihr Körpergewicht plus das des Koffers, das ist es, was bezahlt werden muss. Kein Ärger mehr wegen hoher Übergepäckgebühren! Kalkuliert wird so: Gewicht x 6.000 CFA (rund 10 Euro). Beispiel: Sie wiegen 80 kg, Ihr Gepäck 20 kg = 100 kg, so dass das Ticket ca. 1000 Euro kosten wird.

Air France bittet ihre Kunden, ihr Gewicht und das geschätzte Gepäckgewicht bei der Buchung des Tickets anzugeben und berechnet dann den Preis des Fluges basierend auf diesen Daten. Am Tag der Abreise werden alle Passagiere und ihr Gepäck am Flughafen Leon Mba gewogen und der Ticketpreis bei Bedarf angepasst. Gleiche Vorgehensweise beim Rückflug in Paris-Charles de Gaulle.

Tatsächlich ist diese neue Preispolitik gerechter, weil dieses System Veränderungen der Kraftstoffkosten absorbieren kann. Denn jedes Kilo mehr bedeutet mehr Kraftstoff, was mehr CO2-Emissionen verursacht.

Die neue Preisgestaltung ist beispielsweise besonders vorteilhaft wenn Eltern mit Kindern reisen. Anstelle einer Zahlung nach Einzelplätzen richten sich die Kosten dann nach dem Gesamtgewicht der Familie.

Einziger Nachteil dieses Systems „Bezahlen Sie nur, was Sie wiegen“: wenn Sie ein wenig zu sehr die gute französische Küche während Ihres Aufenthalts genießen (Vorsicht bei der Gänseleber!) und Ihre Einkaufstüten zu gut füllen… (Ingrid Aouane, Text + Foto )