Gabun: mindestens ein Toter bei Unruhen

Allmählich gibt es konkretere Informationen über die gestrige Demonstration in Gabuns Hauptstadt Libreville aufgrund des von Sicherheitskräften verhinderten Meetings der Oppositionsfront FOPA. Bisherige Bilanz: 1 toter Student, viele Verletzte und mindestens 20 Verhaftungen.

Am frühen Morgen des 20. Dezember bot sich den Anwohnern der legendären „Rio-Kreuzung“, die schon immer ein Austragungsort von Versammlungen und Demos der Opposition war, ein entsetzliches Bild. Auf dem Boden liegende geschlachtete Tiere (Schafe, Ziegen und Schweine), zerbrochene Kalebassen und Matten mit darauf verstreuter Asche zeugten von einer Schwarze Magie-Zeremonie, die wohl darauf ausgerichtet war, die Bevölkerung zu erschrecken und von der Demonstration abzuhalten. Hunderte von Jugendlichen ließen sich davon nicht beeindrucken und setzten diese Fetische in Brand.

Mehrere hundert Demonstranten in verschiedenen Blöcken, unter Leitung der diversen Oppositionsführer, hatten sich in Bewegung gesetzt Richtung Rio, kamen aber aufgrund der Sicherheitskräfte nicht zum Ziel, Tränengas und ein plötzlich einsetzender extrem starker Regen machten ihren Bemühungen ein Ende, so dass sie sich letztlich in eine Kirche zurückzogen.

Während dieser Aktionen wurden mehr als zwanzig Menschen festgenommen, und ein Student der ENA, der nationalen Verwaltungsfachschule wurde „durch ein Schneidewerkzeug“ an der Halsschlagader getroffen und verstarb, wie die Oberstaatsanwältin Sidonie Ouwé der Presse mitteilte. Dies widerlegte die zuvor in Umlauf gebrachte These, der Körper des jungen Mannes sei aus dem Leichenschauhaus gestohlen worden, als Inszenierung der Opposition. Die Analyse der zahlreichen Fotos des Falls und die Bestätigung durch einen Gerichtsarzt führten zu dieser offiziellen Version, es wird aber eine Untersuchung eingeleitet.

In Rio verhindert, wurde die Veranstaltung in umliegenden Stadtteile verlegt – ohne die „Führer“, die es wohl vorzogen, sich an sicheren Orten aufzuhalten. Reifen, ganze Autos und Bäume wurden in Brand gesteckt. Insgesamt soll es über 20 Verletzte gegeben haben, und die Opposition spricht von 3 Todesopfern.