Gabun: neues Buch diskreditiert Präsident Bongo und die Bongo-Familie

Gabun: neues Buch diskreditiert Präsident Bongo und die Bongo-Familie

Die kürzliche Veröffentlichung eines Buches des französischen Journalisten Pierre Péan, dessen Titel übersetzt „Neue afrikanische Angelegenheiten. Lügen und Plünderungen in Gabun“ lautet, schlägt hier hohe Wellen. Die ewige Debatte über Korruption und die seit 47 Jahren praktizierte Verfassungsmanipulation mit dem Ziel, die Bongos und ihre Partei PDG an der Macht zu halten, erhält erneuen Aufwind, und die Staatsangehörigkeit bzw. Abstammung des Präsidenten Ali Bongo wird wieder einmal angezweifelt.

Nach einem Volksaufstand im Jahre 1990 wurde 1991 im Rahmen einer nationalen Konferenz eine Verfassung verabschiedet, die der Praxis des « natürlichen Kandidaten » Omar Bongo eigentlich ein Ende bereitet hätte: einmalige Wiederwahl des Präsidenten nach einem 1. Mandat von 5 Jahren, zwei Wahlgänge, unter Aufsicht des Verfassungsgerichts als unparteiischem Organ, sowie völlige Presse- und Meinungsfreiheit waren vorgesehen. Eine der besten Verfassungen der Welt – die aber im Nachhinein ständig abgeändert wurde und dazu führte, dass zunächst Omar Bongo und nun sein Sohn Ali seit zusammen über 47 Jahren regieren.

Fakten, die der Buchautor detailliert erklärt und um die Information bereichert, dass Ali Bongo den Artikel 10 der Verfassung gebrochen habe, der besagt, dass ein adoptiertes Kind erst in der 4. Generation zum Präsidenten gewählt werden darf. Diese Geschichte ist nicht neu, dass Ali Bongo nicht der leibliche Sohn von Omar Bongo sei sondern ein im Kongo von ihm adoptiertes Kind aus Biafra kursiert schon seit langem und wurde durch diverse, teilweise recht skurrile Zeugenaussagen belegt. Seine „Mutter“ z.B. führte öffentlich im gabunischen Fernsehen « Geburtsnarben » vor, und es tauchte auch eines Tage eine in Brazzaville ausgestellte Geburtsurkunde auf. Diese sei gefälscht, behauptet der französische Journalist, ebenso wie diverse Diplome und der Doktortitel von Ali Bongo.

Das gabunische Volk ist ob dieser Äußerungen gespalten. Viele halten zur Regierung und organisieren Demos und andere Infoveranstaltungen, um diese „Unverschämtheiten“ aus der Welt zu schaffen, sehr viele andere, insbesondere im Oppositionsmilieu und in den sozialen Netzwerken fordern lautstark eine Veränderung und fragen sich, warum der Präsident nicht einfach einen DNA-Test machen lässt, um all dies aus dem Weg zu räumen. Das Buch jedenfalls gibt’s hier nicht zu kaufen …

Man gewinnt den Eindruck, dass der Wind von Burkina Faso herüber weht … (Ingrid Aouane, Libreville, Foto: Präsidentenpresse)