Gabun: Tierarzt arbeitet jahrelang als Gynäkologe

vetlogoEin belgischer Tierarzt sitzt in Gabun seit Mitte Juni in Haft. Dem 58-Jährigen wird vorgeworfen, als Gynäkologe praktiziert zu haben während er in Wirklichkeit Tierarzt ist.

 

Sechs Jahre nachdem er seine Heimat Belgien verlassen hatte und zunächst in Gabun als Röntgenarzt eigestellt wurde, bot eine Klinik Michel G. eine Stelle als Gynäkologe an. Dazu sein Sohn: „Frauenärzte gibt es viel zu wenige in Gabun. Mein Vater hatte keinerlei Probleme bei der Durchführung dieser Funktion, und seine Patientinnen wurden immer gut behandelt und geheilt. Ich will, dass jeder weiß, dass mein Vater nichts Unrechtes getan sondern Tausenden Afrikanerinnen geholfen hat“.

 

Alles ging auch soweit gut, bis zu dem Tag, als eine Patientin nach einer durch einen anderen Arzt durchgeführten Operation verstarb. Die anschließende Untersuchung ergab bei der Gelegenheit, dass Michel G. unrechtmäßig den Beruf des Gynäkologen ausübte. „Selbst wenn man es als illegal betrachtet, muss man zugeben, dass es keinerlei medizinische Fehler gegeben hat, im Gegenteil. Aber offensichtlich gibt es eine Reihe anderer Ärzte, die in der gleichen Situation wie mein Vater sind, und daher nehmen die gabunischen Behörden die Dinge sehr ernst“, erklärt der Sohn des Angeklagten weiter.

 

Die belgischen Behörden unterstützen den Angeklagten, indem sie ihm eine Anwältin zur Seite stellen. Ein Lichtblick für die Familie, die in dem Ganzen nichts Verwerfliches sieht. „Wo lag das Risiko? Niemand wusste es. Die Gefahr besteht lediglich darin, dass es als ein Beispiel zur Nachahmung genommen werden kann. Nun riskiert unser Vater, zu mehreren Jahren Haft verurteilt zu werden, während er so viele Menschen gerettet hat“, heißt es in einer Erklärung der Familie. (ia)