Gabun: Unruhen vor Nationalfeiertag fordern ein Todesopfer

Bei einer nicht genehmigten Demonstration der Oppositionspartei Union Nationale (UN) am Mittwochabend in Gabuns Hauptstadt Libreville wurde eine junge Frau getötet. Lt. offiziellen Angaben handelt es sich um eine asthmakranke Friseurin, die während der Protestaktion ihren Laden abschloss und dabei Tränengas einatmete. Zunächst hatte die Opposition von drei Todesopfern gesprochen, eine Zahl, die sie aber einen Tag später revidierte.

Den Unruhen vorausgegangen war die Rückkehr am 11. August von André Mba Obame, einem der beiden Oppositionsführer, aus dem selbst gewählten Exil in Frankreich, wo er sich über ein Jahr lang aus gesundheitlichen Gründen aufgehalten hatte. Er und Zacharie Myboto sind die Hauptfiguren der UN, beide ehemals Inhaber bedeutender Posten unter dem verstorbenen Präsidenten Omar Bongo, und für Eingeweihte ist es kein Geheimnis, was die beiden antreibt: Es geht keineswegs um politische Veränderung, eine seit vielen Jahren andauernde Privatfehde steckt dahinter.

Donnerstagabend, in der traditionellen Fernsehansprache zum Nationalfeiertag am 17. August, reagierte Präsident Ali Bongo scharf auf diesen Vorfall. Er würde nicht zulassen, dass das Chaos im Land regiere und es in die Hände von Menschen fiele, die einstmals Macht hatten, sich dann aber durch Verrat, Manipulation, persönliche Bereicherung, Intoleranz und Menschenverachtung hervorgetan hätten und nun Gabun zerstören wollten. (Ingrid Aouane)