GHANA – im Focus für 2015

GHANA – im Focus für 2015

Zum geplanten Ghana Business and Investmentforum in Berlin
Gleich zu Jahresbeginn steht Afrika im Fokus mit dem Staatsbesuch von Ghanas Präsident John Dramani Mahama in Deutschland. Dieses hochrangige Ereignis wird erhöhte Aufmerksamkeit auf Ghana, das Land in Westafrika mit seiner stabilen politischen Entwicklung, auslösen.

Damit verbinden sich neue Anreize im Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen. Gerade Ghana bietet im internationalen Rahmen eine hohe Anziehungskraft für Investoren.

Verfolgen wir die intensiven Bemühungen von Präsident Mahama und seinen Ministern in der Umwerbung internationaler Investoren für ihr Land, so werden mit seinem Besuch in Deutschland auch hohe Erwartungen an unsere Investoren zu spüren sein.

Ganz gezielt hat Mahama anlässlich der „Session of the Ghana-UK Investment and Trade Forum“  im Oktober 2014 in London die internationale Investmentgemeinschaft umworben als Partner seiner Regierung bei der Beschleunigung von Ghanas Infrastrukturentwicklung.

Chancen für eine aktive Mitwirkung und direkte Beteiligung bestehen in einer Reihe interessanter Bereiche wie Transport, der neben Straßenbau auch das Bahnsystem umfasst, Hafenwirtschaft, Telekommunikation, Energie in Richtung erneuerbarer Projekte, aber auch im Wohnungsbau mit dem Ausbau moderner kommunalwirtschaftlicher Kapazitäten. Der Schwerpunkt „Manufacturing“ bedeutet z.B. Handwerk und Kleinindustrie in der Metall-und Holzbearbeitung  sowie Verarbeitung der Agrarprodukte. Damit verbunden ist die notwendige Arbeitsplatzbeschaffung, insbesondere für die Jugend, und die schnellere Entwicklung eines Jungunternehmertums.

Aus deutscher Sicht ist die Agrarwirtschaft Ghanas intensiver zu betrachten. Es fehlen dort  Investitionen. Entsprechend der vom Präsidenten bereits vorgegebenen Agrar-Strategie steht die Aufgabe der Modernisierung, als Voraussetzung zur Erhöhung der Produktivität für die eigene Nahrungsmittelsicherung und Ausweitung der Exportanteile.

So kann sich anlässlich des Berliner Forums die deutsche Wirtschaft aktiver einbringen. Die Unternehmen können sich mit ihren Potentialen für die neuen Entwicklungsschwerpunkte der Ghanaischen Regierung öffnen, unterstützt von Banken und Förderinstitutionen.

Kürzlich verkündete die Bundesregierung die erweiterten Möglichleiten zur Absicherung bei Exportgeschäften mit Subsahara-Afrika, d.h. staatliche Exportgarantien (sogenannte Hermesdeckungen), in die Ghana mit einbezogen ist.

Zu beobachten ist, dass die Initiativen Ghanas für die Sicherung des Investitionsbedarfs auf Partner in allen Erdteilen gerichtet sind. Abgesehen von China, ist z.B. Indien in verstärkter Position, u.a. im Agrar- und Miningsektor, für Fischerei, sowie in der Öl-und Gasindustrie zur Düngemittelherstellung. Während Katar Investitionen bietet für die Stromerzeugung und Entwicklung von Ghanas integrierter Bauxit- und Aluminiumindustrie, weitet Italien seine Investitionsinteressen über Infrastrukturprojekte hinaus in alle anderen Bereiche aus.

Diese Beispiele sollen Hinweise geben auf die sich bietenden Möglichkeiten des Marktes von Ghana und mit einer verstärkten Einbeziehung der ECOWAS-Region.

Tun wir mehr um die wieder erwähnte Zurückhaltung unserer Unternehmen zu überwinden!

Abschließend dazu ein passendes Zitat aus einem Beitrag der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG vom Oktober 2014: “ … Dadurch wird manche Chance verpasst, denn viele Länder Afrikas erleben einen dramatischen Aufschwung und überspringen sogar technologische Entwicklungsstufen!“

Nutzen wir im neuen Jahr neue Möglichkeiten für Kooperationen in der Entwicklungszusammenarbeit mit Ghana!
(Gerd Eckert, Dipl.oec.)