Haushaltsstudie belegt verbesserte Lebensbedingungen in Südafrika

Die Lebensbedingungen von Bürgerinnen und Bürgern in Südafrika haben sich seit 1994 deutlich verbessert. Das belegt die von Statistics South Africa veröffentlichte General Household Survey (GHS) 2013. Die seit 2002 jährlich durchgeführte Studie erfasst Veränderungen in den Lebensbedingungen südafrikanischer Haushalte, darunter der Zugang zu Dienstleistungen sowie zu Wasser, Strom, Lebensmitteln, Gesundheitsversorgung, Bildung und Wohnungen.

Deutlich wurde allerdings auch, dass den Erfolgen einige Herausforderungen gegenüberstehen. So ist Fortschritt für die Nation Südafrika nur möglich, wenn das Land eine hochwertige Bildung für alle bereitstellt. Der Bericht zeigt, dass es deutliche Fortschritte bei der Förderung der allgemeinen Bildung gegeben hat. Nahezu alle sieben- bis 15-Jährigen gehen zur Schule, 2013 gab es fast 14 Millionen Schüler im Land.

Weniger erfreulich ist die Tatsache, dass der Besuch von Bildungseinrichtungen über diese Altersgruppe hinaus abnimmt: Weniger als 10 Prozent aller 24-Jährigen besuchen noch eine Bildungseinrichtung. Bei der höheren Bildung bestehen Herausforderungen, die teilweise auf die Langzeitfolgen der Apartheid zurückzuführen sind. So besuchten 2013 nur 3,2 Prozent der schwarzen Bevölkerung im Alter zwischen 18 und 29 Jahren eine Universität, während der entsprechende Anteil bei den weißen Bürgern 18,7 Prozent betrug und bei den Indern und Asiaten 9,2 Prozent.

Bei der Vorstellung des Berichts betonte Statistician General Pali Lehohla, dass sich die wirtschaftliche Lage Südafrikas nur dann verbessern könne, wenn auch die Anzahl der schwarzen Universitätsstudenten steige. „Derzeit ist der Anteil der Schwarzen, die eine Universität besuchen, zu gering, um die Art von hochqualifizierten Kompetenzen zu schaffen, die wir brauchen, um die Wirtschaft in Schwung zu halten“, sagte Lehohla.

Die Studie ergab auch, dass mehr Menschen von staatlichen Sozialleistungen profitieren. So ist der Anteil der Personen, die Sozialleistungen beziehen, von 12,7 Prozent im Jahr 2003 auf 30,2 Prozent in 2013 gestiegen. Durch die staatlichen Unterstützungsleistungen hat sich der Zugang der südafrikanischen Haushalte zu Lebensmitteln seit 2002 erheblich verbessert. So ist der Anteil der von Hunger betroffenen Haushalte zwischen 2002 und 2013 um mehr als die Hälfte gesunken, von 23,8 auf 11,4 Prozent, während der Anteil der von Hunger betroffenen Einzelpersonen von 29,3 auf 13,4 Prozent sank. Das von der Regierung eingerichtete soziale Netz hat diese Probleme zwar gemildert, es stellt aber noch immer nicht sicher, dass niemand mehr Hunger leiden muss.

Die südafrikanische Bevölkerung sucht ihrerseits Lösungen und zeigt Entschlossenheit: Die Untersuchung ergab, dass 2013 fast ein Fünftel aller Haushalte Nahrungsmittel anbauten oder Viehzucht betrieben. Die Mehrzahl (87,8 Prozent) nutzt hierfür den eigenen Garten statt Ackerlandflächen.

Verbessert hat sich auch die Gesundheitsvorsorge: Die Mehrzahl der Haushalte – 69,9 Prozent – nehmen bei Krankheiten oder Verletzungen öffentliche Ambulanzen und Krankenhäuser in Anspruch. Über 90 Prozent der Haushalte suchen dabei die jeweils nächstgelegene Einrichtung auf.

Die Wasserversorgung und Abwassersysteme zählen zu den Prioritäten der neuen Regierung. Den GHS-Resultaten zufolge hatte 2013 die Mehrzahl der südafrikanischen Haushalte Zugang zu fließendem Wasser. Kurz nach ihrer Ernennung zum Minister of Water and Sanitation hatte Nomvula Mokonyane zudem verkündet, ihr Ressort werde dafür sorgen, dass ländliche Gemeinden Zugang zu Wasser erhielten und die Wasserinfrastruktur verbessert werde.

Allgemein belegt die Studie Fortschritte in nahezu allen Gesellschaftsebenen. Doch trotz aller Erfolge bei der Bekämpfung der Apartheid-Folgen sind die Bedrohungen durch Armut, Arbeitslosigkeit und Ungleichheit noch nicht gebannt. Bei seiner jüngsten Rede zur Nation betonte Präsident Jacob Zuma deshalb, wie wichtig ein tiefgreifender sozio-ökonomischer Wandel sei. Die Vision 2030 sowie die langfristige Wachstumsstrategie des Landes, wie sie im National Development Plan festgelegt ist, spielen dabei eine zentrale Rolle.

Die Regierung ruft deshalb alle Südafrikaner auf, bei der Umsetzung des National Development Plan und der Verwirklichung der Vision 2030 mitzuwirken. Jeder sollte seinen Beitrag zu dieser Erfolgsgeschichte und für den Fortschritt des Landes leisten. Dies ist unser Weg in eine gemeinsame Zukunft und jeder Einzelne von uns steht in der Pflicht, diesen mitzugestalten und Realität werden zu lassen. (Brand Southafrica)