Hoffnung für Afrika: Afrika benötigt komplexe Wachstums-Anreize – den Blick auf diesen Kontinent nicht verlieren!

GrowthHoffnung auf Afrika haben bereits die Entdecker und Eroberer auf diesen Kontinent empfunden und später weit hinausgetragen. Den Naturvölkern, in ihrer einfachen Lebensweise wurden die Hoffnungen mit der Sklaverei und Kolonialisierung genommen. Die sogenannte Nehmerpolitik des Nordens, gerichtet auf die interessanten Ressourcen hat sich im nachkolonialen Afrika verstärkt, und es haben sich die eigenen Herrscherkreise mit Despoten und Eliten etabliert.

Unter diesen Verhältnissen haben sich in den vergangenen fünf Dekaden mit erreichter Unabhängigkeit unterschiedliche Entwicklungsstufen herausgebildet. Die Führungsriegen der entstandenen Staaten vermochten nicht, eine nachhaltige stabile Basis, vor allem auf Eigenständigkeit verlaufende Entwicklung aufzubauen. Die bestimmende Rolle ausländischer Konzerne weitete sich aus, und sie wirken heute mit den afrikanischen Eliten als Hoffnungsträger in den verschiedenen Regionen.

Die erreichten Entwicklungsfortschritte in vielen Ländern sind heute enorm belastet durch Konflikte und Kriege, durch Armut, Fluchteuphorie, besonders der Jugend und nicht zuletzt durch Korruption. Klimatische Veränderungen verursachen immer wieder Dürre und Hunger.

So zeigt sich uns die afrikanische Welt, und umso ernster steht die Frage für die Menschen, wie die Verhältnisse in den Regionen aufgefangen und mit Stabilitätsausbau verändert werden können.

Aus Sicht eines afrikanischen Staatsmannes, des Präsidenten von Uganda, Museveni, der im Juni Berlin besuchte, boomt der afrikanische Markt – auch unter dem starken Bevölkerungszuwachs. Damit zielt er sehr eindeutig auf den hohen Bedarf an Kapital für die Entwicklungsprozesse, es ging ihm um Profit – nicht um Hilfeleistungen!

Wachstum – als Eintritt in eine Transformations Story Afrikas für die nächsten 10 bis 15 Jahre
Wachstumsrekorde sind relativ zu werten, und gerade deshalb sind die veröffentlichten Wachstumszahlen zwischen ca. 6 bis 10 % der einzelnen Länder intensiver zu analysieren. Und wir kommen zu der Erkenntnis, dass dieses Wachstum nicht die sozialen und ökonomischen Entwicklungen widerspiegelt.

Wachstum muss komplex getragen sein mit hohen Anreizen zur Arbeitsplatzbeschaffung und Vermeidung von Abwanderung. Gesunder Aufschwung für ein gleichmäßiges Wachstum in jedem Land muss für die Bevölkerung ein ihren Gewohnheiten angepasstes Lebensniveau sichern.

Besonders in diesem Jahr, in dem in 18 afrikanischen Ländern Präsidenten- und Parlamentswahlen stattfinden, stehen hohe Erwartungen an Demokratie und nachhaltigen Führungsstrategien von Politik und Eliten, unter Einbeziehung der Zivilgesellschaft.

Die eindeutige Erkenntnis ist, dass Unterstützung von außen notwendig bleibt, d.h. durch konstruktive Zusammenarbeit mit Partnern aus Nord und Süd. Umfangreiche Ansätze für Projekte mit Finanzfluss, ob von den USA, der EU oder den Golfstaaten, scheitern an einer zuverlässigen Umsetzung.

Gehen wir z.B. zurück auf den G8-Gipfel im Mai 2012 in Chicago. Die unter Präsident Obama begründete „ Neue Allianz für Ernährungssicherheit“ und die damit kreierte moralische Verpflichtung der USA.

45 internationale Unternehmen, Global Player, sollten als Geber investieren mit 3 Mrd. US-Dollar über drei Jahre. Was wurde wie realisiert? Wie sind die Mittel gesteuert, z.B. auf die vorgesehenen ersten drei Länder Äthiopiern, Tansania und Ghana? Die Länder erreichen keine nachhaltige Lösung durch „mehr Nehmen“ von ungenutztem Land durch die ausländischen Konzerne zum Anbau von Monokulturen und agrarindustrieller Verwertung. Der Fokus für die Regierungen ist weit energischer auf die eigenständige Entwicklung zu richten, wie im Agrobusiness, der Wasserwirtschaft und im Bereich Infrastruktur.

Für die Geber ist die Aufgabe gestellt, Schwerpunktgebiete auszuwählen, in denen für schwache und mangelnde natürliche Ressourcen entsprechende Ausgleichsprojekte entworfen und realisiert werden.

Für die deutschen Partnerschaften sind gefragt: Angebote für Ausbildung, Transformation von Technologien und Lieferung von Technik für eine handwerklich- industrielle Basis. Andererseits erwarten die Länder die Abnahme, d.h. den Handel ihrer verarbeiteten Ressourcen und Produkte mit der Welt. Im Vordergrund steht der Agrosektor jedes Landes. Ohne ausgewogene Strategien zur Intensivierung der Beziehungen durch deutsche Unternehmen mit afrikanischen Partnern, werden wir nicht die vorhandenen Chancen nutzen können. Vorsichtig aufnehmen sollten wir die Idee von Minister Müller, BMZ „wir brauchen einen Marshallplan für Afrika“ – das wurde schon einmal debattiert!

Chinas Investitionen in allen Regionen des Kontinents bieten den afrikanischen Politikern und den Menschen Hoffnung, weil chinesische Partner verstehen, effektiv zu handeln und Umsetzung in den Projekten beweisen.

Die Empfehlung zur deutschen Afrikapolitik bezieht sich auf die Notwendigkeit, den Kapitalfluss aus öffentlichen und privaten Fonds den Resultaten der Entwicklung auf dem Kontinent kritisch gegenüber zu stellen und die Effektivität als Beitrag zum angestrebten Wandel Afrikas zu bewerten.

Hoffnung für die afrikanischen Völker muss intensiv erarbeitet werden. (Gerd Eckert, Dipl.oec.)