HRW beschuldigt Ruanda, Straßenkinder, Bettler und andere Arme einfach ins Gefängnis zu stecken

prison-1-800pxEin neuer Human Rights Watch (HRW) Bericht verurteilt „die unrechtmäßige Inhaftierung“ von Bettlern und Minderjährigen sowie „schlechte Behandlung“ im Gefängnis Kwa Kabuga im Viertel Gikondo der ruandischen Hauptstadt Kigali.

 

HRW beschuldigte am Mittwoch die Regierung Ruandas, Straßenkinder, Bettler, Straßenhändler und Obdachlose zu verhaften, um der Hauptstadt Kigali das Bild einer sauberen und entwickelten Stadt zu geben. Die meisten dieser Menschen würden dann im Gefängnis von Gikondo auf unbestimmte Zeit unter extremen Bedingungen inhaftiert.

 

Zwischen 2011 und 2015 hatte die internationale Nichtregierungsorganisation mit Sitz in New York Untersuchungen durchgeführt. 57 Gefangene wurden befragt, und die Ergebnisse dieser Arbeit mit dem Titel „Warum diesen Ort nicht als Gefängnis bezeichnen?“ sind erschreckend. Diese Untersuchung folgte einem ersten Bericht im Jahr 2006. Die Behörden hatten behauptet, Gikondo sei ein Transit- und Rehabilitationszentrum.

 

„Die internationale Gemeinschaft und internationale Besucher, die nach Ruanda kommen, Ruanda und besonders die Hauptstadt für die Sauberkeit und Ordnung, dafür, dass alles funktioniert. Aber was diese Leute nicht sehen, sind die beklagenswerten Bedingungen in Gikondo, wo sich alle von den Behörden unerwünschte Menschen aufhalten“, sagt Human Rights Watch-Forscherin, Carina Tersakian.

 

Nach Angaben der Organisation fehlt den Gefangenen Nahrung, Wasser, Zugang zu sanitären Einrichtungen und Medizin. Überbelegung und schlechte Behandlung machen die Lebensbedingungen lt. HRW in diesem Gefängnis noch schwieriger. Korruption sei weit verbreitet in Gikondo, Insassen, die schon länger dort seien, fungierten als „Berater“ in Zusammenhang mit den Wachen. Angesichts fehlender Gerichtsverfahren bzgl. der Festnahme und Inhaftierung, verlangen diese für eine Entlassung aus dem Gefängnis 10 € für Frauen und 20 für Männer.

 

Die Organisation fordert die ruandischen Behörden auf, diesen Ort sofort zu schließen und appelliert an internationale Gemeinschaft auf, Druck auf Ruanda auszuüben, um diesen Vorgängen eine Ende zu bereiten (afrik.com)