Hurra, sie sind weg! 245 Menschen aus Afrika haben Bayern freiwillig verlassen!

Wie das geht? Dahinter stecken interessante Überlegungen und Beschlüsse.

„Im Auftrag der Bayerischen Staatsregierung hat das Landesamt für Asyl und Rückführungen (LfAR) die Bayerische Richtlinie zur Förderung der freiwilligen Rückkehr ins Herkunftsland, kurz: „Bayerisches Rückkehrprogramm“ erarbeitet. Es ist zum 01.09.2019 in Kraft getreten. Dabei wurde auch ein besonderes Rückführungsprogramm für Afrika mit aufgenommen. Durch gezielte Anreize sollen freiwillige Ausreisen gesteigert werden“, schreibt das Amt auf seiner Webseite.

„Im Rahmen der Rückkehrberatung wird der individuelle Bedarf der Rückkehrerinnen und Rückkehrer festgestellt und aus den verschiedenen „Förderbausteinen“ eine mögliche finanzielle Unterstützung ermittelt. Das „Bayerische Rückkehrprogramm“ stellt durch Reintegrationshilfen, einen Zuschuss zur Existenzgründung, medizinischer Unterstützung, die Übernahme von Gepäcktransportkosten, einen Wohnkostenzuschuss und vieles mehr, eine sinnvolle Ergänzung zu den bestehenden Förderprogrammen dar. 

Durch das „Sonderprogramm für Afrika“ wird Rückkehrerinnen und Rückkehrern aus den Staaten Afrikas in den ersten achtzehn Monaten nach ihrer Ausreise ein Zuschuss zur Lebensunterhaltssicherung in Höhe von monatlich 150,00 EUR (Kindern unter 18 Jahren 75,00 EUR) gewährt. Damit wird sichergestellt, dass ihnen in der Phase der Reintegration ein substanzieller Beitrag zur Deckung der Kosten des täglichen Bedarfs etwa für Wohnung oder Lebensmittel zur Verfügung gestellt wird.    

Seit 2019 konnten insgesamt 245 Personen bei ihrer Rückkehr nach Benin, in die Demokratische Republik Kongo, die Côte d‘Ivoire, nach Algerien, Ägypten, Äthiopien, Gambia, Kenia, Mali, Nigeria, Senegal, Sierra Leone, Simbabwe, Somalia, Swasiland, Tansania, Togo, Tunesien und Uganda unterstützt werden, heißt es weiter.

Da in all diesen Ländern die Lebenshaltungskosten gleich sind, ist dies eine gut durchdachte Maßnahme.

Nehmen wir mal die Côte d’Ivoire: ein einfaches 1-Zimmer-Apartment kostet in Abidjan ca. 100 Euro/mtl. Für Essen etc. benötigt man max. 40 Euro die Woche, wenn man sparsam lebt. Krankenversicherung kostet nur 1,50 Euro im Monat, deren Abschluss aber nur dazu führt, dass man die ggf. entstehenden Behandlungskosten zu einem etwas niedrigeren Preis bekommt als als Unversicherter. Bezahlen muss man diese selbstverständlich selbst. Macht also, wenn man nicht krank wird, ca. 261,50 Euro/mtl. Die fehlenden 111,50 kann man sich gewiss leicht hinzuverdienen, an Jobs mangelt es ja nicht.

Wer ggf. als politischer Flüchtling in den Knast kommt, hat es noch besser: da man dort rundum versorgt wird, können die 150 Euro/mtl. zur Vermögensbildung beitragen.

„Diese Hilfe haben die geförderten Personen als sehr wichtig für den Neustart im Herkunftsland bewertet“, schreibt das Amt. Ich würde mich freuen, wenn sich einer dieser Erfolgskandidaten bei mir melden würde, das gäbe doch einen spannenden Artikel.

Übrigens: wegen des großen Erfolges hat das Bayerische Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration der Verlängerung des „Sonderprogramms für Afrika“ bis zum 31.12.2021 zugestimmt.

Wer die Ironie in diesem Beitrag findet kann sie gern behalten. (ia)