Illegale Einwanderung innerhalb Afrikas: Gabun weiterhin ein begehrtes Ziel

Akanda

In nur einer Woche wurden über hundert illegale Einwanderer von den Überwachungsdiensten auf gabunischem Territorium vor den Küsten aufgegriffen. Ihre Herkunftsländer sind u.a. Benin, Togo, Kamerun, Nigeria, Ghana, Niger und Burkina Faso. Die meisten von ihnen gehen in Nigeria an Bord und gelangen über Kamerun nach Gabun.

Unter diesen illegalen Einwanderern sind Männer, Frauen, ältere Menschen, aber auch Minderjährige zwischen 2 und 15 Jahren. Sie alle riskieren ihr Leben, um ein Land zu erreichen, das ihnen als Eldorado erscheint, in dem sie hoffen, ihr Glück zu finden.

Die Zeugenaussagen sind erschreckend. Jeder Einwanderungswillige zahlt mindestens 400.000 CFA (etwas mehr als 600 Euro) an das Schmugglernetzwerk am Ausgangsort. Dann müssen sie Wochen oder gar Monate in einem behelfsmäßigen Boot auf dem offenen Meer verbringen, zusammengepfercht wie Vieh, oft ohne ausreichend Wasser und Nahrung. Viele verlieren ihr Leben, sei es durch Verhungern, Dehydrieren oder Ertrinken.

In der vergangenen Woche hat die Dienststelle der Nationalgendarmerie und der Nationalparkbehörde (ANPN) mehr als 150 illegale Einwanderer auf der Insel Ndendé, wenige Kilometer von der Gemeinde Akanda nördlich von Libreville entfernt, aufgespürt. Männer, Frauen und Minderjährige. In ihrem Gepäck wurden fast 200 Kilogramm Cannabis gefunden. Zusätzlich zu der Tatsache, dass einige von ihnen Träger von Krankheiten sein können, insbesondere in dieser Zeit der Covid-19-Pandemie, besteht eine weitere Gefahr darin, dass viele dieser Migranten häufig mit Schusswaffen angetroffen werden.

Die gabunischen Behörden versuchen auf ihre Weise mit der Situation umzugehen, indem sie tägliche Patrouillen entlang der Küste in der nördlichen Zone von Libreville, wo die illegalen Einwanderer eintreffen, durchführen. Keine leichte Aufgabe angesichts des akuten Mangels an Ressourcen. (ia)