Illegales Holz aus der Demokr. Republik Kongo in der Normandie

Greenpeace-Aktivisten haben am Mittwoch in der französischen Hafenstadt Caen gegen illegalen Holzhandel protestiert. Dort gelagerte Stämme aus der demokratischen Republik Kongo sind illegal geschlagen worden. Greenpeace wirft Frankreich vor, trotz einer entsprechenden EU-Verordnung nicht genug gegen illegalen Holzhandel zu unternehmen.

15 französische und deutsche Greenpeace-Aktivisten versammelten sich in Caen. Uniformiert in Overalls mit der Aufschrift „Brigade für Holzkontrolle“ protestierten sie gegen die Einfuhr von illegalem Tropenholz aus der Demokratischen Republik Kongo (DRK). Ein Banner mit der Aufschrift „Monsieur Le Foll, wir brauchen ein sicheres Gesetz gegen illegales Holz“ richtete sich direkt an den französischen Minister für Landwirtschaft, Stéphane le Foll.

„Dieses Holz ist illegal. Greenpeace liegen Beweise vor“, erklärt Frédéric Amiel, Leiter der Waldkampagne von Greenpeace Frankreich. Das Parlament diskutiere zu lasch über ein Gesetz für die Zukunft der Wälder. „Der Entwurf ist zu schwach: unpräzise in Sachen Sanktionen und ohne zusätzliche Kontrollmaßnahmen. Dass es einen Gesetzesentwurf gibt, ändert nichts an der aktuellen Situation.“

„Jetzt müssen eben wir den Part der Obrigkeit übernehmen und beschlagnahmen Holz als Beweisstück“, sagt Amiel. Die Aktivisten verfrachteten einen 7,5 Meter langen Stamm auf einen LKW-Anhänger. Es handelt sich bei diesem „gepfändeten“ Holz um ein Produkt der Firma Sicobois aus der Demokratischen Republik Kongo. Verantwortlich für den Import zeichnet die französische Gesellschaft Peltier Bois.

Seit März 2013 ist eine EU-Holzverordnung in Kraft. Sie legt fest, dass Holzimporteure verpflichtet sind, sich mit allen legalen Mitteln der Legalität ihrer Holzwaren zu vergewissern. Es können eine Stilllegung oder Beschlagnahmung der Ware sowie Sanktionen verhängt werden. Aber „Frankreich wendet diese Regelung nicht an, obwohl sie schon seit zehn Monaten in Kraft ist“, so Amiel.

Daher hat Greenpeace ein Papier veröffentlicht, das den Unwillen le Folls anprangert, die EU-Holzhandelsverordnung zu implementieren. Das Papier bezeichnet Frankreich als „Eingangstor für illegales Holz in Europa“. Außer Greenpeace haben auch andere NGOS das französische Agrarministerium über den Umstand, dass französische Häfen beliebte Anlaufstellen für illegales Tropenholz sind, in Kenntnis gesetzt. Gerade in Caen trifft häufig Holz aus der DRK ein.

Illegaler Holzhandel bedeutet eine Plage für die tropischen Länder. Sie tragen massiv zum globalen Klimawandel bei. 20 bis 40 Prozent des in Europa gehandelten Holzes sind illegal. Firmen, die illegalen Holzeinschlag betreiben, „gehen Hand in Hand mit Waldzerstörung und brutalen sozialen Konflikten. Sie schaden der Bevölkerung und stellen eine unlautere Konkurrenz für Firmen dar, die legal arbeiten“, so Amiel. „Aus diesen Gründen und weil Frankreich als Gastgeber der Klimakonferenz im Jahr 2015 ein gutes Beispiel abgeben sollte, müssen der Minister und die Abgeordneten das Gesetz verbessern und verschärfen.“

In Deutschland entdeckte Greenpeace vergangenen August eine illegale Ladung Tropenholz aus der Demokratischen Republik Kongo. Der Fund wurde den Behörden gemeldet und beschlagnahmt. (greenpeace, Text + Foto)