IPG-Journal Afrika / Senegal: wiedergewählt, aber nicht geliebt

IPG-Journal Afrika / Senegal: wiedergewählt, aber nicht geliebtNach seiner Wiederwahl muss Macky Sall der senegalesischen Jugend Arbeit und Perspektiven bieten: der alte Präsident des Senegals ist auch der neue. International genießt Macky Sall eine ausgeprägte politische und finanzielle Unterstützung. Das positive Image des Landes wird aller Wahrscheinlichkeit nach garantieren, dass die Partner einer Kooperation mit dem westafrikanischen Land weiterhin Priorität einräumen. Die Reformbemühungen sollen belohnt und die positive Rolle der Regierung Sall in den internationalen Beziehungen honoriert werden.

Die senegalesische Bevölkerung ist dagegen geteilter Meinung, wenn es um das Wirken ihres Präsidenten geht. Seine Infrastrukturprojekte haben nicht in ausreichendem Maße zu Einnahmen und Beschäftigung geführt, um den Bedürfnissen der Bevölkerung gerecht zu werden. Fehlende Perspektiven und die hohen Lebenshaltungskosten erklären die Entfremdung zwischen dem Präsidenten und insbesondere der jungen städtischen Bevölkerung.

Daher war es keine Überraschung, dass ein Großteil der jungen Wählerschaft den „Protest“-Kandidaten Ousmane Sonko unterstützte. Der ehemalige Steuerprüfer hatte den Präsidenten mit einer Anti-Korruptions-Kampagne herausgefordert. Das sorgte im Vorfeld der Wahlen für etwas Nervosität in der Regierung. Es gab Anzeichen für eine – hoffentlich nur vorübergehende – Einschränkung des Handlungsspielraums für die Zivilgesellschaft. Einer Organisation, die an der Organisation der Bürgerbewegung Y en a marre beteiligt ist, wurde die Zulassung entzogen. Bei den Wahlen von 2012 hatte Y en a marre Macky Sall noch gegen Abdoulaye Wade unterstützt; seither ist die Bewegung aber zu einer kritischen Stimme geworden. Sie setzt sich aktiv dafür ein, Erstwählerinnen und -wähler in die Wahlregister eintragen zu lassen. Auch wenn diese Initiative nicht mit einer Wahlempfehlung einherging, vermutete die Regierung wohl, dass die junge Wählerschaft – insbesondere in den Städten – gegen sie und für Sonko stimmen würde. (ipg-Journal, Foto: Rignese)

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