Kamerunischer Autor Enoh Meyomesse auf Lesereise in Österreich

EnohAuftritte in Wien (12.11.), Graz (13.11.) und Fresach (15.11.)

Der bedeutende afrikanische Dichter und politische Aktivist, Enoh Meyomesse (60), kommt diese Woche auf Einladung des PEN-Club Austria zu einer Lesereise nach Österreich. Meyomesse wurde erst im Mai aus der Haft in Kamerun entlassen, nachdem mehrere PEN-Zentren in den USA und Europa drei Jahre lang für ihn interveniert hatten. Er liest am 12. November im Weltmuseum Wien (Heldenplatz, 18.30 Uhr), am 13. November im Welthaus Graz (Bürgergasse 2, 18.00 Uhr) und am 15. November 2016 bei einer Matinée im Toleranzzentrum Fresach (Kärnten, 11.00 Uhr).

 

Enoh Meyomesse ist Schriftsteller, Blogger, Historiker und Kämpfer für Menschenrechte und Meinungsfreiheit, der zahlreiche Bücher mit Gedichten, Prosa, Essays und Arbeiten zu politischen und kulturellen Themen veröffentlicht hat. Er ist Gründungsmitglied und Präsident der Writers Association Kamerun und Ehrenmitglied mehrerer PEN-Zentren, u.a. auch des Österreichischen PEN. 2013 wurde ihm in Anerkennung der Fortführung seiner Arbeit trotz Verfolgung der Oxfam Novib (PEN Award) verliehen.

 

Meyomesse war bei mehreren Wahlen gegen den seit 30 Jahren amtierenden Präsidenten Paul Biya angetreten, dabei massiven Repressionen ausgesetzt und mehrmals verhaftet worden. 2011 wurden ihm Putschversuch, illegaler Waffenbesitz und schwerer Diebstahl vorgeworfen – wofür er ins Gefängnis von Bertoua geworfen wurde, bei völliger Dunkelheit in Einzelhaft. Rechtsbeistand wurde ihm verweigert. Im Dezember 2011 wurde er ins Zentralgefängnis Kondengui in Yaoundé, der Hauptstadt Kameruns, verlegt. Die Haftbedingungen dort werden von Amnesty International Report als „verheerend“ beschrieben.

 

Auf Deutsch erschienen mit Unterstützung des PEN-Club Austria die „Gedichte des Häftlings in Kondengui“, die während seiner Haft in dem berüchtigten Gefängnis entstanden sind. Der Gedichtband ist ein erschütterndes Dokument – die Insassen bekommen bloß einmal täglich zu essen, die sanitären Anlagen sind dürftig. Mit Folter und Schutzgelderpressungen wird versucht, den Inhaftierten Geständnisse zu entreißen. Die Behörden missbrauchen das Strafrechtssystem, um Oppositionelle, MenschenrechtsaktivistInnen oder kritische JournalistInnen mundtot zu machen oder gegen Homosexuelle vorzugehen. Auch ein zweiter Gedichtband: Blumen der Freiheit, liegt inzwischen auf Deutsch vor.

 

Daten zur Lesereise

Der Österreichische PEN und das Writers-in-Prison-Komitee sowie das Toleranzzentrum Fresach in Kärnten laden ein zum Writers-in-Prison-Tag in Wien mit Omar Hazek (Ägypten) und Enoh Meyomesse (Kamerun). Lesung mit Wolfgang Böck am Donnerstag, 12. November 2015, um 18.30 h, Weltmuseum Wien, Wien I., Heldenplatz/ Neue Burg.

 

Begrüßung: Helmuth A. Niederle (Präsident des Österreichischen PEN)

Einbegleitung: Wolfgang Martin Roth (Beauftragter Writers in Prison)

Impulsreferat: Philo Ikonya

Im Gespräch mit Enoh Meyomesse: Jürgen Strasser

Im Gespräch mit Omar Hazek: Ishraga Mustafa Hamid

 

Writers-in-Prison-Tag in Graz mit Omar Hazek (Ägypten) und Enoh Meyomesse (Kamerun)

Deutschsprachige Lesung: Helmuth A. Niederle, Jürgen Strasser

Freitag, 13. November 2015, um 18.00h, Welthaus Graz, Bürgergasse 2

Einbegleitung: Helmuth A. Niederle, Präsident des Österreichischen PEN-Clubs

Impulsreferat: Philo Ikonya

Im Gespräch mit Enoh Meyomesse: Jürgen Strasser

Im Gespräch mit Omar Hazek: Ishraga Mustafa Hamid

 

Matinee im Toleranzzentrum Fresach in Kärnten am Sonntag, 15. November 2015, um 11.00 Uhr.

Literatur aus dem Gefängnis. Lesung mit Enoh Meyomesse, Helmuth A. Niederle, Jürgen Strasser und Philo Ikonya.

Moderation von Thomas Cik, Kleine Zeitung. http://www.fresach.org

 

Enoh Meyomesse: Gedichte des Häftlings in Kondengui

Mit begleitenden Kommentaren von Jürgen Strasser, Philo Ikonya und Patrice Nganang

Aus dem Französischen übersetzt von Jürgen Strasser. edition pen Bd. 11 im Löcker Verlag

12,5 x 20,5 cm, Broschur, 84 Seiten, Eur 19,80, ISBN 978-3-85409-692-4

 

Enoh Meyomesse: Blumen der Freiheit

Gedichte. edition pen Bd. 31 im Löcker Verlag. Aus dem Französischen übertragen von Jürgen Strasser. Der vorliegende Gedichtband des kamerunischen Schriftstellers und politischen Aktivisten Enoh Meyomesse ist nach seiner Haft im berüchtigten Kondengui Gefängnis entstanden und stellt eine Ergänzung des vorhergegangenen Bandes dar. ISBN 978-3-85409-786-0, 12,5 x 20,5, 78 Seiten, Eur 19,80.

 

ICH HAB IHN BESIEGT

DEN RICHTER DIESEN SADISTEN

ICH BIN NICHT TOT

IMMER NOCH BIN ICH

AM LEBEN

 

Um an das Schicksal der weltweit inhaftierten und verfolgten Autorinnen und Autoren zu erinnern, veranstaltet der PEN rund um den 15. November Lesungen und Diskussionen. Sie alle haben das Ziel, auf die Bedeutung der Freiheit des Wortes hinzuweisen. Der Ehrengast des Österreichischen PEN ist Enoh Meyomesse, der zum ersten Mal seit seiner Freilassung durch Österreich reist und von seinen Erlebnissen berichtet. (pte)