KAS-Auslandsinformationen/Afrika: Viel Lärm um nichts – Trumps Afrikapolitik und ihre Folgen für Europa

KAS-Auslandsinformationen/Afrika: Viel Lärm um nichts - Trumps Afrikapolitik und ihre Folgen für EuropaDie Afrikapolitik Donald Trumps ist dominiert vom „Kampf gegen den Terrorismus“. Das war auch unter Barack Obama so. Der wesentliche Unterschied liegt in der Rhetorik des derzeitigen Amtsinhabers gegenüber dem Kontinent – diese ist geprägt von Ignoranz und Abfälligkeiten.

Donald Trump ist unpopulär in Afrika. Eigentlich genießen US-Präsidenten traditionell ein hohes Ansehen auf dem Kontinent. Doch im Falle Trumps überwiegt die Ablehnung, weil dieser als feindselig und rassistisch empfunden wird. Im Senegal nahm das Vertrauen der Bürger in die US-Präsidentschaft um 51 Prozentpunkte ab, in Südafrika waren es 34 Prozent Ansehensverlust seit dem Januar 2017. Dabei gilt es bei der Interpretation der Ergebnisse einer Pew-Meinungsumfrage, den Unterschied zwischen Trump als Person und dem Bild der USA zu machen.

Die Vereinigten Staaten stehen in Afrika nach wie vor für den Traum, dass jeder eine Chance hat. Die USA sind immer noch das Ziel vieler Auswanderungswilliger. Ein Stipendium in Amerika ist mehr wert als eines an einer Universität in Peking. Genauso vermitteln amerikanische Rap-Musik oder Kleidung aus den USA immer noch ein Lebensgefühl, an das chinesische Karaokemaschinen nicht heranreichen können. Gemessen an solchen, nicht unwichtigen Äußerlichkeiten ist Trump nicht existent: Als Obama Präsident wurde, wurde sein Konterfei überall in Afrika auf T-Shirts gedruckt; es herrschte irrationale „Obamania“ allerorten. Zwar hat er viele der in ihn gesetzten Hoffnungen enttäuscht. Aber er hat dem Kontinent eine Stimme gegeben; das Gefühl vermittelt, er verstehe. Das hat ihm und den USA viele Sympathien eingebracht, auch wenn dies nicht gleichbedeutend war mit mehr Hilfe oder besseren Handelsbedingungen. Dabei hat Obama lediglich die Initiativen seiner Vorgänger fortgesetzt und kaum neue Programme eingeleitet. Diesen Status quo hat er aber mit wohlklingenden Reden abgefedert. Trump nimmt solche Rücksichten nicht, setzt aber bisher in vielem das fort, was Obama auch getan hat. Trumps Rückzug aus VN-Organisationen und die reduzierten Beiträge der Amerikaner haben allerdings einen Effekt auf Afrika, da die Vereinten Nationen vielerorts Ordnungsfunktionen auf dem Kontinent wahrnehmen.

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