Kenia schließt sich der Elephant Protection Initiative an

kenyaFoto: Evgeny Lebedev, Schirmherr von Space for Giants, gratuliert Präsident Kenyatta zur Unterzeichnung
Kenia hat sich der Elephant Protection Initiative (EPI) angeschlossen. Der kenianische Präsident unterzeichnete am Dienstag die Beitrittsurkunde. Ziel des Schutzprogramms unter afrikanischer Führung ist, dem Handel von Elfenbein und der Abschlachtung von Elefanten durch Wilderer Einhalt zu gebieten.

Der Beitritt erfolgte bei einer feierlichen Vertragsunterzeichnung im Parlamentshaus Nairobi, die vom Ministerium für Natürliche Ressourcen und Umwelt für die kenianische Naturschutzorganisation Space for Giants organisiert wurde. Hierbei handelt es sich um eine von Kenyattas Zusicherungen im Rahmen seines Beitritt zum Giants Club, Afrikas neuer Regierungsinitiative zum Naturschutz, die von Space for Giants in die Wege geleitet wurde.

EPI wurde während der „London Conference on Illegal Wildlife Trade“ im Februar 2014 von den führenden Politikern aus Botswana, Tschad, Äthiopien, Gabun und Tansania ins Leben gerufen. Unterstützt wurde die Initiative von der britischen Regierung und der in Großbritannien ansässigen Schutzorganisation Stop Ivory. Seitdem sind auch Uganda, Malawi und Gambia beigetreten.

Am 3. März verpflichtete sich Präsident Kenyatta, Kenias gesamte Elfenbeinbestände aus dem Handel zu ziehen und sie bis zum Ende dieses Jahres zu verbrennen. Nach der feierlichen Unterzeichnung leitete die Delegation in der Zentrale der Naturschutzbehörde KWS (Kenya Wildlife Service) die ersten Schritte des Verfahrens zur unabhängigen Inventur und DNA-Probenahme der nationalen Elfenbein- und Rhinozeroshorn-Bestände ein. Diese werden durch ein Multi-Stakeholder-Team durchgeführt, das von Stop Ivory geleitet wird. Die Organisation hat in den letzten 18 Monaten die Inventur und Verwaltungsprüfung in sechs Ländern abgeschlossen und schickt sich an, diese Maßnahmen zur Unterstützung von EPI überall in Afrika durchzuführen.

Der Giants Club ist ein durch Space for Giants neu gegründetes Forum, das zum Ziel hat, die Wilderei zu bekämpfen. Es vernetzt die führenden Politiker der afrikanischen Staaten mit Elefanten-Wildreservaten, die Leiter der größten in Afrika tätigen Unternehmen sowie Experten des Elefantenschutzes miteinander, um den politischen Rahmen, die finanziellen Ressourcen und die technischen Voraussetzungen zu schaffen, die für den Schutz der verbleibenden afrikanischen Elefantenpopulationen erforderlich sind. Ziel ist, bis 2020 mindestens 40.000 Elefanten – was zehn Prozent der Gesamtpopulation auf dem Kontinent entspricht – effektiv zu schützen.

Bei der Unterzeichnung waren Prof. Judi Wakhungu, Cabinet Secretary for the Environment and Natural Resources, Evgeny Lebedev, Schirmherr von Space for Giants, sowie Max Graham, CEO von Space for Giants, anwesend. Prof. Wakhungu sagte: „Global gesehen ist Kenia ein Musterbeispiel für die Erhaltung der Wildfauna, insbesondere in Bezug auf die Bekämpfung des steigenden regionalen, nationalen und internationalen illegalen Handels mit Wildtieren. Unsere Strategien sind innovativ und umfassen u.a. die Zusammenarbeit mit den Gemeinden, die Erschließung des Lebensraumes für die Elefanten und das Verhängen von Höchststrafen für den illegalen Handel mit Wildtieren“. Lebedev erklärte: „In Bezug auf den Naturschutz in Afrika blickt Kenia auf eine lange Geschichte als Vorreiter zurück. Durch Kenyattas Beitritt zu EPI führt das Land diese großartige Tradition fort“.

Kenia ist das neueste Mitglied des Giants Club. Präsident Bongo von der Gabunischen Republik sowie Präsident Musevini von der Republik Uganda sind bereits Mitglieder. Die führenden Politiker von Äthiopien, Tansania und Sierra Leone haben sich bereit erklärt, in Kürze beizutreten.

Max Graham, CEO von Space for Giants, sagte: „Seit jeher ist Kenia Vorreiter bei der Bekämpfung der Wilderei. Daher ist der Beitritt zum Giants Club ein weiterer logischer Schritt für das Land. Mit Kenias Hilfe können wir den Elefanten Afrikas mehr Schutz zusichern. Der Giants Club wird sich bis 2020 für den Schutz von mindestens 40.000 Elefanten einsetzen. Dabei arbeiten alle Mitglieder der Organisation zusammen, um dem illegalen Elfenbeinhandel Einhalt zu gebieten. Deshalb ist die Initiative nicht nur sehr wichtig, sondern auch von äußerster Dringlichkeit.“

EPI (www.elephantprotectioninitiative.org) ist eine globale Initiative, in der die Staaten mit Elefanten-Wildreservaten, Partner-Staaten, Nichtregierungsorganisationen, staatlichen Institutionen, Privatpersonen und dem Privatsektor zusammenarbeiten, um:

▪ sowohl die unmittelbare als auch langfristige Förderung der Bekämpfung des Elfenbeinhandels zu erzielen; hierzu dient die zeitnahe, gänzliche Umsetzung des African Elephant Action Plan (AEAP), mit Unterstützung des öffentlichen und privaten Sektors, um langfristige Finanzierungsmöglichkeiten für alle teilnehmenden Staaten mit Elefanten-Wildreservaten zu sichern. Dabei richtet sich die Umsetzung des AEAP-Plans nach den Gefahren und Bedürfnissen für die Elefantenpopulationen und bietet darüber hinaus Förderungsmittel für die Erhaltung der Gesamtzahl der Elefanten und das Wachstum der Elefantenpopulationen;

▪ mit diesem Fond auch die globale Bevölkerung in Bezug auf diese Thematik aufzuklären. Bei der Ausarbeitung nationaler Naturschutzmaßnahmen und regionaler Kooperationen soll insbesondere auf die Entwicklungsbedürfnisse der lokalen Gemeinschaften, u.a. deren Armut, eingegangen werden;

▪ die inländischen Elfenbeinmärkte der teilnehmenden Länder, in denen der Handel von Elfenbein immer noch betrieben wird, zu schließen;

▪ ein Moratorium in Bezug auf den Elfenbeinhandel für die nächsten zehn Jahre, und danach, bis die Elefantenpopulationen nicht mehr gefährdet sind, einzuhalten; sich zu verpflichten, etwaige Bestände aus dem Handel zu nehmen.

Die illegale Tötung von Elefanten und der Handel mit Elfenbein in Afrika beeinträchtigen die Integrität des Ökosystems, die wirtschaftliche Entwicklung und die Rechtsstaatlichkeit. In den letzten drei Jahren wurden 100.000 Elefanten getötet, um illegale Märkte in Asien, insbesondere China, mit Elfenbein zu bedienen.

Mit den Gewinnen aus diesem illegalen Handel werden kriminelle Aktivitäten, bewaffnete Konflikte und Terrorismus unterstützt. Naturschützer werden zu Hunderten verletzt oder sogar getötet. Angesichts der aktuellen Lage könnte die Elefantenpopulation Afrikas noch zu unseren Lebzeiten aussterben. (openpr, Text + Foto)