Klimaschutz für Afrika – Erneuerbare Energie erfordert intensive wirtschaftliche Entwicklung

klimaDie Klimaschutzkonferenz 2015 in Paris hat den afrikanischen Kontinent umfassend einbezogen und die Länder zu notwendigen Klimaschutzmaßnahmen verpflichtet. Damit verbinden sich internationale Herausforderungen.

 

Die verkündete „High ambition coalition“ zum Klimawandel, auf das Ziel von 1,5°C hin zu arbeiten, ist wichtig vor allem für die schwach entwickelten Länder. Dieser im Klima-Gremium gebildeten Koalition mit 100 Staaten gehören 79 Staaten aus den AKP-Ländern an.

Die Themen der Zeit liegen für Afrika in der Transformation der Agrarwirtschaft, in direkter Bindung mit der Industrialisierung der Wirtschaft. Der zentrale Leitgedanke heißt, das fossile Zeitalter zu überspringen durch 100 % Erneuerbare Energien.

 

Zu bewältigen sind diese Entwicklungsziele nur durch engere Zusammenarbeit untereinander und mit den Industriestaaten, denn die Langzeitziele zur vollkommenen Dekarbonisierung erfordern von den afrikanischen Ländern umfangreiche Anstrengungen. Mit tiefgreifenden Strategien der Regierungen muss der Ausbau des Sektors „Erneuerbare Energien“ (E.E.) vorangebracht werden.

 

Wie lässt sich die Zusage an Afrika über 10 Mrd. Dollar in den Jahren 2016 bis 2020 für E.E. umsetzen?

Die verkündete „African Renewable Energy Initiative“ (AREI) hat das Ziel, bis 2020 insgesamt 10 GW E.E. in Afrika zu installieren. Ausgewiesen werden für Afrika produzierte 150 GW Energie, mit Erweiterung bis 2030 auf 300 GW.

 

Die deutsche Wirtschaft hat mit den 3 Mrd. Dollar Anteil ein interessantes Aufgabenfeld für die Umsetzung in auszuwählenden Ländern, deren Energieversorgung für die Wirtschaft und den Bedarf der Menschen vorrangig ist.

 

Der Einfluss auf die Reduzierung des CO2-Ausstoßes, insbesondere durch die vorhandenen Industrieanlagen und Kraftwerke auf Kohle und Öl/Gasanlagen ist wichtig durch technologische Hilfen.

 

Die starke Dezimierung der Regenwald-und Forstbestände durch Landscraping und Brandrodung ist zu bekämpfen, um damit den CO2-Ausstoß zu senken. Wind- und Solartechnik sind die Perspektive.

 

Im Blickpunkt dieser Entwicklung steht das Großprojekt in Marokko „Energie aus der Wüstensonne“ für das Solarkraftwerk am Fuße des Atlas. Andere Projekte für Sonnen-und Windenergie stehen bereits in Ägypten, Südafrika, Kenia, Äthiopien und Tansania. Derartige Investitionen sollten jedoch im kleinen und mittleren Projektumfang errichtet werden, um damit vor allem Arbeitsplätze zu schaffen.

 

Dafür bietet sich das Beispiel des Berliner Unternehmens „Mobisol„ an mit der Lieferung von kleinen Sonnenkraftwerken für Haushalte zur netzlosen Stromversorgung in Ostafrika. Es wird berichtet, dass eine 80-Watt-Anlage ca. 20 Euro/mtl. kostet, die mit einem Kaufpreis von rund 700 Euro geliefert wird.

 

Ein Weckruf zum Klimawandel für den afrikanischen Kontinent an die Politik der afrikanischen Länder und die der internationalen Gemeinschaft überhaupt, schrillt bereits seit vielen Jahren durch die enorm ausgebreiteten Klimakatastrophen , wie Dürren, Unwetter, Überschwemmungen.

 

Daraus ergeben sich konstruktive Umbruchstrategien für die Entwicklung. Allein die Eindämmung der Verwüstungen, z.B. bezogen auf die Sahelzone, stellt die afrikanischen Anliegerstaaten vor eine große Verantwortung z.B. im Hinblick auf die notwendige Aufforstung und Bewässerung.

 

Es bestehen große Erwartungen für die Umsetzung der beschlossenen Vorsätze für die Zukunft in der Klimaentwicklung auf dem afrikanischen Kontinent, weil nur damit Armut und Hunger schneller eingedämmt werden können. Für die Lösung der Frage, wie die 10 Milliarden Dollar Zusage für Afrikas Erneuerbare Energiewirtschaft umgesetzt wird, ist die Mitwirkung der deutschen Wirtschaft in den Prozessen der Agrarwirtschaft und im Manufacturing afrikanischer Länder zu intensivieren. Die Chancen liegen in höherer Investitionsbereitschaft der Unternehmen. (Gerd Eckert, Dipl.oec)