Kommentar: Nach Mali nun also Zentralafrika

Badische Neueste Nachrichten: Ironie der Geschichte
Nach Mali nun also Zentralafrika. Es wirkt wie eine Ironie der Geschichte, dass ausgerechnet François Hollande schon zum zweiten Mal in seiner Amtszeit zum Militäreinsatz in Afrika bläst. Derselbe Hollande, der noch im Wahlkampf 2012 verkündet hatte, dass es mit der Rolle Frankreichs als „Gendarm in Afrika“ vorbei sein würde.

Normalisieren wollte er die Beziehungen zwischen Frankreich und den ehemaligen afrikanischen Kolonien und die neue Art der Zusammenarbeit bei dem zweitägigen Afrika-Gipfel im Élysée-Palast feierlich besiegeln.
Doch nun schickt Paris erneut Soldaten auf den Schwarzen Kontinent. Zwar ist es ein terminlicher Zufall, dass das Treffen just zu dem Zeitpunkt stattfindet, da sich die Ereignisse in der Zentralafrikanischen Republik überschlagen. Und doch zeigt sich dabei, wie schwer sich Frankreich tut, die alten Dämonen abzuschütteln. Zum einen hat Frankreich Interessen in dem rohstoffreichen Staat. Zum anderen sieht es sich als ehemalige Kolonialmacht aber auch in der Pflicht, das grausame Blutvergießen zu beenden. Eine Ausweitung des Konflikts könnte die gesamte Region destabilisieren. Daher ist es nur folgerichtig, wenn Frankreich jetzt militärisch aktiv wird – zumal es nun auch Rückendeckung des UN-Sicherheitsrats hat. Allerdings weiß Paris, dass es aufgrund der Vorgeschichte seinen Einsatz gut begründen muss. Die Regierung betont daher, dass die französischen Soldaten – anders als in Mali – die Afrikaner diesmal nur unterstützen sollen. (ots)