Krise zwischen Paris und Libreville: Gabun ruft Botschafter zurück

Ngoyo
Botschafter Germain Ngoyo Moussavou

Gestern kündigte der gabunische Innenminister Pachomius Moubelet Boubéya an, dass die gabunische Regierung durch ihren Staatsminister für auswärtige Angelegenheiten seinen Botschafter für Konsultationen zurückgerufen habe. Grund hierfür: in einer Talkshow des französischen Fernsehens am Samstag, 16. Januar hatte der französische Premierminister Manuel Valls geäußert, Gabuns Präsident sei 2009 „nicht gewählt worden, zumindest nicht so, wie man das versteht“.

 

Die Beziehungen zwischen Paris und Libreville sind schon lange nicht reibungslos, seit der Machtübernahme von Ali Bongo wurden schon dreimal Botschafter aus Paris zurückgerufen. Einmal anlässlich der Beschlagnahme des Präsidentenfliegers, dann wegen der Verhaftung eines Büroleiters des Präsidenten in Nanterre, und das Buch von Pierre Pean mit seinen Enthüllungen hatte ebenfalls den Zorn der gabunischen Behörden hervorgerufen.

 

Dies ist nicht das erste Mal, dass der Wahl von Ali Bongo im Jahr 2009 von Frankreich widersprochen wird. Bereits in einem Dokumentarfilm mit dem Titel „Franco – 50 Jahre unter dem Siegel der Verschwiegenheit“, von Patrick Benquet sagte ein ehemaliger Afrika-Berater des Elysée: Wir haben die Ergebnisse zugunsten Ali Bongos umgekehrt“.

 

Botschafter Germain Ngoyo Moussavou wird heute in Libreville erwartet. (ia, Text und Foto)