Libreville / Gabun: In der Uniklinik gibt’s kein Abendessen mehr

Libreville / Gabun: In der Uniklinik gibt’s kein Abendessen mehr

Unter Berufung auf die Reduzierung seines Haushaltsplans 2014 auf 128 Millionen CFA-Francs (rd. 195.000 Euro) hat das Universitätsklinikum Libreville (CHUL) beschlossen, ab sofort kein Abendessen für seine Patienten mehr zur Verfügung zu stellen.

Eine gravierende Entscheidung, die eine Reihe von Fragen aufwirft. In den Krankenhauskosten sind die Mahlzeiten der Patienten enthalten. Wird nun das Abendessen von diesen Kosten abgezogen werden? Was ist mit einer ausgewogenen Ernährung der Patienten? Was ist mit Behandlungen, die nur den Verzehr bestimmter Lebensmittel erforderlich machen? Wer ist verantwortlich im Falle von Komplikationen oder Tod eines Patienten nach dem Verzehr einer Mahlzeit von außerhalb des Krankenhauses? Denn inzwischen bringen bereits Verwandte den Kranken Essen – mit allen Risiken, die das mit sich bringt.

Derzeit proklamiert die Regierung soziales Handeln als oberste Priorität – davon scheint man sich aber eher immer weiter zu entfernen. (Ingrid Aouane, Libreville, Foto: irin)