Malaria: endlich Hoffnung wenigstens für die Kinder? Erste Tests mit Ivermectin in Afrika vielversprechend

SAMSUNG DIGITAL CAMERADas Medikament Ivermectin, dessen Entdeckung 2015 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde, könnte laut Wissenschaftlern der Colorado State University und des Institut de Recherche en Sciences de la Santé in Burkina Faso auch die Zahl der Malariaerkrankungen reduzieren. Erste Daten einer Studie mit Ivermectin in Burkina Faso weisen darauf hin, dass bis zu 16 Prozent weniger Kinder erkranken.

 

Studie in acht Dörfern

Die Forscher betonten auf einer Konferenz der American Society of Tropical Medicine and Hygiene, dass das Medikament für die Moskitos giftig ist. Die Forschung befinde sich jedoch noch in einem sehr frühen Stadium. Ivermectin wird bereits zur Bekämpfung parasitärer Würmer eingesetzt, von denen rund ein Drittel der Weltbevölkerung befallen ist.

 

Malaria wird durch einen Parasiten verursacht, der von den weiblichen Insekten übertragen wird. Moskitos, die das Blut einer Person aufnehmen, die das Mittel genommen hat, werden entweder geschwächt oder sterben. Die Forscher versuchten nun herauszufinden, ob das Medikament eingesetzt werden kann, um Leben zu retten. In acht Dörfern wird derzeit eine Studie durchgeführt. Jeder Bewohner in vier der acht Dörfer bekommt das Medikament alle drei Wochen. Die Studie wurde im Juli begonnen und läuft noch bis nächste Woche.

 

Keine Nebenwirkungen

Laut Brian Foy von der Colorado State University sind die ersten Ergebnisse vielversprechend. Kinder, die mit Ivermectin behandelt werden, erkranken seltener an Malaria. Bis jetzt seien keine Nebenwirkungen festgestellt worden. Dennoch sei die endgültige Auswertung der Daten abzuwarten. In den Dörfern, in denen keine Behandlung durchgeführt wurde, erkrankten 16 Prozent der Kinder nicht an Malaria. In den anderen Dörfern waren es immerhin 25 Prozent. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass 94 Anfälle von Malaria bei den 325 behandelten Kindern verhindert werden konnten.

 

Das Medikament scheint bei parasitären Würmern und Moskitos eine ähnliche Wirkung zu haben. Das Nervensystem wird angegriffen und es kommt zum Verlust der Kontrolle über Muskeln. Die Insekten bewegen sich nicht mehr und sterben. Die Wirksamkeit bei Moskitos und parasitären Würmern könnte eine Möglichkeit zur Behandlung beider Krankheiten sein. Ein breiterer Einsatz könnte aber auch zu einem vermehrten Auftreten von Resistenzen führen. Auch Foy ist sich dieses Problems bewusst. Der Wissenschaftler betont, dass es bisher kein Insektizid gibt, gegen das die Moskitos keine Resistenz entwickelt haben. (pte, Foto: ia)