Malawi: Tausende Flutopfer von Hilfe abgeschnitten

Malawi: Tausende Flutopfer von Hilfe abgeschnitten

Bis zu 20.000 Menschen im Süden Malawis sind durch Hochwasser ohne Lebensmittel und Gesundheitsversorgung vom Rest des Landes abgeschnitten. Sie haben darüber hinaus keinen Schutz mehr mehr vor möglichen Krankheitsausbrüchen, warnt die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen.

Einige der am stärksten betroffenen Gebiete sind nur per Helikopter erreichbar. Dies erschwert die Hilfseinsätze. Ärzte ohne Grenzen ist seit dem 9. Januar im Einsatz und konzentriert seine Hilfe um die Stadt Nsanje, wo die Organisation seit langem ein reguläres Hilfsprogramm betreibt. Dagegen erreicht langsam humanitäre Hilfe die weiter flussaufwärts gelegene Region um die Stadt Chikwawa, wo das Wasser nach und nach zurückgeht.

„Die Überschwemmung ist wie ein sehr langsamer Tsunami: Die Welle fließt Richtung Süden nach Mosambik“, erklärt Amaury Grégoire, Einsatzleiter von Ärzte ohne Grenzen in Malawi, der sich derzeit in Nsanje befindet. „Der Großteil von Nsanje und East Bank steht zwei bis drei Meter unter Wasser. Dadurch wurden ausgedehnte Flächen in einen großen See verwandelt, der Häuser und Brücken verschlungen hat. Obwohl es in dieser Region häufig zu Überschwemmungen kommt, konnten sich alte Menschen, mit denen ich gesprochen habe, nicht an Fluten dieser Größenordnung erinnern.“

Nachdem der Regen in den vergangenen Tagen nachgelassen hat, geht man davon aus, dass der Wasserstand nach und nach sinken wird. Dennoch muss eine langfristige Lösung für jene Menschen gefunden werden, die all ihren Besitz und ihre Ernte in den Fluten verloren haben. 85 Prozent der Bevölkerung lebt überwiegend von der Landwirtschaft.

„Es wurden einige Lager für Menschen errichtet, die ihr Zuhause verloren haben, aber die Mehrheit von ihnen hat in noch intakten Häusern von Freunden oder Verwandten Zuflucht gefunden. Die kleinen Lehmhäuser sind sehr überfüllt, und die hygienischen Bedingungen sind schlecht, da die meisten Brunnen mit Flutwasser verunreinigt sind“, erklärt Amaury Grégoire.

Ärzte ohne Grenzen hat Zelte aufgebaut, Hilfsgüter, Moskitonetze und Kits zur Wasseraufbereitung verteilt und Latrinen gebaut, um den Ausbruch von Krankheiten zu verhindern, die über das Wasser übertragen werden. Die Organisation ist seit 1986 in Malawi tätig und betreibt dort derzeit drei HIV/Aids-Hilfsprogramme – eines davon in Nsanje. Schon in den Jahren 2011, 2012 und 2013 hat Ärzte ohne Grenzen  Hilfseinsätze nach Überschwemmungen durchgeführt. (msf, Foto: irin)