Merkel: Dialog mit Mosambik intensivieren

Merkel-MosambikDeutschland und Mosambik wollen den politischen Dialog fortsetzen und die Wirtschaftsbeziehungen intensivieren. Das sagte Bundeskanzlerin Merkel nach ihrem Gespräch mit Staatspräsident Nyusi im Kanzleramt. Deutschland wolle auch einen Beitrag zur Friedenssicherung in Mosambik leisten.

 

Bundeskanzlerin Angela Merkel lobte die traditionell guten und freundschaftlichen Beziehungen zu Mosambik. Heute lebten mehr als 3.500 Menschen aus Mosambik in Deutschland. „Sie sind eine Brücke“, betonte sie.

 

Die aktuelle Situation in Mosambik sei durch schwierige Entwicklungen geprägt. Neben einer ökonomischen Situation, in der die Wirtschaft gehemmt werde, bedrohe die Dürre, die zurzeit in Teilen Mosambiks herrscht, die humanitäre Lage in Land. Außerdem stehe Mosambik vor der Herausforderung eines bewaffneten Konflikts.

 

Entwicklungszusammenarbeit ausbauen

Angesichts von derzeit über 1,5 Millionen Menschen, die in Mosambik von Hunger bedroht seien, betonte Merkel: „Wir haben von deutscher Seite die humanitäre Hilfe für Mosambik über die normale Entwicklungszusammenarbeit hinaus ausgebaut.“ Außerdem arbeite Deutschland in Energie-, Klima- und Hochwasserprojekten mit Mosambik zusammen, um eine Regulierung des Wassers zu erreichen.

 

Neben der bereits bestehenden Entwicklungszusammenarbeit bei der Bildung, der guten Regierungsführung und bei Klimaprojekten sei über eine verstärkte Zusammenarbeit im landwirtschaftlichen Bereich gesprochen worden. Auch die Hochschulpartnerschaften seien ein wichtiges Element der Kooperation: „Die Alumni, die hier in Deutschland studiert haben und jetzt in Mosambik sind, können wichtige Botschafter sein, um die Kooperation auch im Bildungsbereich zu verstärken“, betonte Merkel.

 

Die Entwicklungszusammenarbeit ist ein Schwerpunkt der deutsch-mosambikanischen Beziehungen. Deutschland hat Mosambik im Rahmen der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit seit den 1980er Jahren bereits rund eine Milliarde Euro bereit gestellt. Im Mittelpunkt steht dabei Bildung, berufliche Bildung, Dezentralisierung für ländliche Entwicklung und nachhaltige Wirtschaftsentwicklung.

 

Wirtschaftliche Zusammenarbeit

Präsident Nyusi betonte den Wunsch, die bilaterale Zusammenarbeit im Wirtschaftsbereich künftig weiter auszubauen: „Mosambik ist ein Land, das viel anzubieten hat, und Deutschland hat viel Wissen, viel Technologie, viel Wissenschaft. Unsere Priorität ist es, die Wirtschaft im Bereich von Ackerbau und Landwirtschaft voranzubringen.“ Auch in den Bereichen der Energiewirtschaft und des Tourismus habe Mosambik ein großes Potenzial, das genutzt werden müsse.

 

Daneben hob die Bundeskanzlerin die Zusammenarbeit mit der privaten Wirtschaft hervor. Die deutsche Wirtschaft sei an langfristigen und nachhaltigen Projekten in Mosambik interessiert, „zum Beispiel an einer wirklich guten Nutzung der Rohstoffe, einer Ausbeutung dieser Rohstoffe nach guten Kriterien des Bergbaus. Hieran, aber auch im Bereich der Infrastruktur und der Elektrizität werden große deutsche Unternehmen durchaus sehr interessiert sein.“

 

Hilfe bei der Friedenssicherung

Mit Präsident Nyusi sprach die Bundeskanzlerin auch über den wiederaufgeflammten Konflikt zwischen der Regierung Mosambiks, dem Präsidenten und den sich bekämpfenden FRELIMO-Partei beziehungsweise der RENAMO-Organisationen. Da alle Versöhnungsbemühungen des Präsidenten gescheitert seien und es wieder zu bewaffnete Auseinandersetzungen komme, müsse „alles getan werden, um wieder zu einer friedlichen Entwicklung“ zu kommen. „Nur eine politische Lösung wird die Probleme in Mosambik lösen“ und zu einer Beilegung der bestehenden Konflikte führen, sagte Merkel.

 

Sie habe Präsident Filipe Jacinto Nyusi angeboten, auch im europäischen Rahmen dabei zu helfen, die Gesprächsmöglichkeiten zwischen den Konfliktparteien in Mosambik zu verbessern. Dazu sei es sehr wichtig gewesen, „dass ich aus dem Mund des Präsidenten gehört habe, wie er die Lage einschätzt und dass er zum Dialog bereit ist. Ich denke, das ist eine wichtige Botschaft des heutigen Tages“, erklärte sie.

 

Die bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und Mosambik sind freundschaftlich und durch zahlreiche hochrangige Besuche geprägt. Auch die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen entwickeln sich in den vergangenen Jahren mit neuer Dynamik. Für Deutschland ist Mosambik viertwichtigster Handelspartner in der Entwicklungsgemeinschaft im südlichen Afrika (SADC) nach der Republik Südafrika, Angola und Namibia. (Bundesregierung, Foto: Bergmann)