Mindestens 27 Tote bei Terror-Überfall in Niger: Menschenrechtsorganisation beklagt mangelnden Schutz der Zivilbevölkerung

– Rund 900 Häuser und Geschäfte niedergebrannt – Boko Haram-Terror breitet sich immer stärker in Niger und Tschad aus – In Nigeria mehr als 30.000 Tote seit 2009

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) fordert besseren Schutz der Zivilbevölkerung in Westafrika vor Terror-Überfällen islamistischer Extremisten. Am Samstagabend waren mindestens 27 Menschen bei einem Angriff von Boko Haram-Kämpfern auf ein Dorf im Südwesten Nigers getötet worden. Rund 900 Häuser und Geschäfte wurden niedergebrannt. Die Region Diffa liegt nahe der Grenze zu Nigeria, in dessen Nordosten der Terror von Boko Haram schon mehr als 30.000 Menschenleben gefordert hat.

Rund 70 Boko Haram-Kämpfer drangen nach Einbruch der Dunkelheit am Samstagabend in den Ort Toumour ein und terrorisierten die Zivilbevölkerung. Sie setzten die zentrale Markthalle und hunderte Häuser in Flammen und schossen wild um sich. „In Toumour haben viele Menschen aus benachbarten Dörfern Zuflucht gesucht“, berichtet GfbV-Direktor Ulrich Delius. „Umliegende Ortschaften musste die Bevölkerung in den letzten Monaten oft fluchtartig verlassen, nachdem sich der Terror islamistischer Extremisten in der Region Diffa verstärkt hatte.“ Nur in Toumour habe die Zivilbevölkerung trotz mehrerer Angriffe von Boko Haram bis jetzt ausgeharrt und dem Terror der Extremisten getrotzt.

Der seit dem Jahr 2009 andauernde Terror Boko Harams hatte sich in den letzten Jahren vom Nordosten Nigerias immer stärker in die Nachbarländer Niger und Tschad ausgeweitet. Der Südosten Nigers gilt bereits seit mehreren Monaten als rechtsfreier Raum, in dem der Staat und seine Sicherheitskräfte kaum präsent sind und die Zivilbevölkerung nicht angemessen geschützt wird. (GfbV, Foto: Gerd Altmann/Pixabay)