Nach Rettung Baby an Bord geboren

SOS-BabyHeute Morgen wurde um 7.00 Uhr europäischer Zeit ein gesunder, kleiner Junge an Bord der AQUARIUS, dem Rettungsschiff von SOS MEDITERRANEE und Ärzte ohne Grenzen, geboren. Mutter und Kind, sowie der Vater und die fünf und sieben Jahre alten Brüder sind wohlauf. Sie wurden 24 Stunden zuvor zusammen mit 248 weiteren Geflüchteten von einem überfüllten Gummiboot gerettet. Der kleine Junge wurde in internationalen Gewässern geboren. Seine Eltern stammen aus Nigeria und haben sich noch nicht für einen Namen entschieden.

Die Mutter Faith erinnert sich: „Ich war sehr nervös auf dem Gummiboot, als ich gemeinsam mit anderen Frauen und Kindern auf dem Boden des Bootes saß. Ich hatte Angst, dass jede Minute die Wehen einsetzen könnten. Ich spürte wie das Baby sich bewegte, hoch und runter. Seit drei Tagen hatte ich schon diese Stoßwehen.“

Die Mutter wurde bei der Entbindung von MSF Hebamme Jonquil Nicholl unterstützt. Diese erklärt: „Eine sehr normale Geburt in gefährlich unnatürlichen Umständen. Mir wird ganz unwohl bei dem Gedanken, wenn ich mir überlege wie die Geburt 24 Stunden früher verlaufen wäre. In diesem ungeeigneten Gummiboot, der Boden überlaufen mit Petroleum in dem die Frauen sitzen, zusammengepfercht mit keinerlei Platz um sich zu Bewegen und komplett dem Mittelmeer überlassen. Und 48 Stunden zuvor warteten sie am Strand von Libyen, nicht wissend was noch auf sie zukommen würde. Es ist 2016, wie kann so etwas noch passieren? Die Familien, schutzbedürftige Menschen, schwangere Frauen, kleine Babys und ungeborene Kinder sind gezwungen ihr Leben aufs Spiel zu setzen, um das Mittelmeer zu überqueren, wenn sie eigentlich Unterstützung und Schutz bekommen sollten.“

Der Einsatz von SOS MEDITERRANEE im Mittelmeer ist noch nicht bis Ende des Jahres finanziert. Um weiterhin Menschen vor dem Ertrinken retten zu können, ist der Verein auf Spenden angewiesen. Der Such- und Rettungseinsatz kostet 11.000€ am Tag. Spendenkonto: IBAN: DE 04 1005 0000 0190 4184 51 | BIC: BELADEBEXXX. (SOS MEDITERRANEE, Foto: Marco Panzetti / SOS MEDITERRANEE)