Nachhaltige Industrialisierung Afrikas – Politik und Gesellschaft müssen zielgerichtet etwas tun!

IndustrializationZu Afrikas Aufschwung und Wandel sind im letzten Jahrzehnt umfangreiche Thesen und Empfehlungen für politische und wirtschaftliche Entwicklungen ausgearbeitet und debattiert worden. Analysen dazu dokumentieren unbefriedigende Ergebnisse für alle 54 Länder des Kontinents. Deshalb sind aktuelle Meldungen über Initiativen der UN und afrikanischer Führungsgremien zur Intensivierung der Industrialisierungsprozesse zu begrüßen.

 

Voranzustellen ist die von der UN am 25.6.2016 verabschiedete Resolution über die

„Dritte industrielle Entwicklungsdekade für Afrika“. Kernpunkt ist die vorgegeben Strategie bis 2025 für eine nachhaltige Industrialisierung als Schlüssel für wirtschaftliche Diversifizierung, lokale Wertschöpfung und dem Ziel, Arbeitsplätze zu schaffen und die Armut zu reduzieren.

 

Für die Mobilisierung dieser Strategie ist die UNIDO zuständig, in der die für Afrika langjährig schwebende Entwicklungsversion zur Verarbeitung und Veredlung von eigenen Ressourcen zur Umsetzung kommen muss. Darin liegt eine enge Verknüpfung zwischen Industrie, mit umfangreichen Kapazitäten im Manufacturing und der Agrarwirtschaft.

 

Einen wichtigen Schritt vollzog die ECOWAS, mit dem one-day summit for the West African Common Industrial Policy am 21.6.16 in Accra. Es wurden 4 Schlüsselbereiche für eine beschleunigte Entwicklung herausgestellt: agro-industry, pharmaceutical industry, die Entwicklung der automotiven Industrie und der Export aus den Textilpotentialen der Länder.

 

Es bleibt aufzuwarten, wie die Vorsätze dieser Plattform von den Ländern im Einzelnen, aber auch im Blick auf intensivere integrative Maßnahmen umgesetzt werden. Von Ghana, als Gateway in Westafrika führend, sollten konstruktive Aktivitäten zu erwarten sein.

 

Die UN hat dieser Thematik der Industrialisierung bereits seit 1990 Aufmerksamkeit gegeben durch die Ausrufung des „Africa Industrialization Day“ jährlich am 20. November.

 

Rückblickend auf die Jahre 2013 bis 2015 ist zu diesem Thementag aus deutschen Wirtschaftskreisen keine Resonanz sichtbar gewesen.

 

Kritiken hinsichtlich der Umsetzung von umfassenden Konzepten zur deutschen Afrika-Politik sollten in diesem Jahr Wirkung auf die Industrialisierungsbestrebungen Afrikas und Aktivitäten auslösen.

 

Passend hierzu ist die von Frau Dr. Jendayi Grazer, ehem. US-Gesandte für Afrika gegebene Meinung gegenüber „The New Times“ zu ausländischen Hilfsleistungen. Sie persönlich hat mit einer Stiftung für Ruanda Unterstützung in Höhe von US$ 85 Mio. geleistet und meint, dass auf Konferenzen und Meetings zu viel geredet wird, aber die debattierten Probleme danach nicht angepackt und gelöst würden.

 

Man muss sich entschließen etwas zu tun!

 

Und in dieser Hinsicht bedürfte es eigener Vorstellungen der Afrikaner, um Wirtschaft und Gesellschaft nach vorn zu bringen. (Gerd Eckert, Dipl.oec., gerdeckert@come2eat.de )