Neue Wasserkraft in Südafrika: einheimische Firma kooperiert mit russisch-ungarischem Joint-Venture

Neue Wasserkraft in Südafrika: einheimische Firma kooperiert mit russisch-ungarischem Joint-VentureAm 29. Januar haben der ungarische Kraftwerksanlagenbauer Ganz Engineering and Energetics Machinery (Ganz EEM, Tochtergesellschaft des Atomgigants Rosatom) und das südafrikanische Energieunternhemen Blue World Power and Energy Services PTY LTD einen Vertrag zur Lieferung von Wasserkraftausrüstungen und Umsetzung des Bauprojekts eines Kleinwasserkraftwerks am Wasserfall Mpompomo 300 Kilometer entfernt von Johannesburg unterzeichnet.

„Das ist der erste kommerzielle Vertrag mit Blue World Power und Energy Services PTY, der den Bau eines Kleinwasserkraftwerks (bis zu 1 MW) auf dem afrikanischen Kontinent zum Ziel hat. Und dies ist nur der Beginn der Umsetzung unseres gemeinsamen großen Programms im Bereich der Kleinwasserkraft in den Ländern des zentralen und südlichen Afrika“, sagte Alexander Merten, Präsident von Rusatom-International Network, Integrator des Projekts.

Die Mini-WKW-Technologie eines Containertyps mit einer Kapazität von bis zu 2 MW ist ein vielversprechendes Produkt von Rosatom für die Länder Afrikas. Eine Anlage reicht aus, um 250 bis 400 Häusern mit Strom zu versorgen. Die Vorteile dieser Technologie hob Professor für Wasserbau und Wasserwirtschaft an der TU München Peter Rutschmann hervor: „Container-Lösungen können sich bewähren, da sie in Serien kostengünstiger gefertigt werden können. Zudem reduziert sich die Bauzeit und einfache, kostengünstige Baulösungen können gefunden werden“. Gleichzeitig erfordert der Bau eines solchen Mini-Wasserkraftwerks keine Errichtung von Staudämmen und verstößt nicht gegen die Ökologie von Flüssen und anderen Gewässern. Es gebe ökologischere, neuere Konzepte in diesem Bereich, die teilweise auch auf größere Kraftwerke übertragen werden könnten, glaubt Rutschmann.

Die Garantiedauer des Mini-KWK beträgt 12 Jahre, die Lebensdauer des Systems – bis zu 30 Jahre. Das Kraftwerk wird per Satellit, Mobilfunk oder Internet (auch in der mobilen Version) ferngesteuert.

Die Mini-KWK-Technologie fügt sich in die aktuelle Energieinfrastruktur der afrikanischen Länder ein, da keine zusätzlichen Netze installiert werden müssen und die Amortisationszeit einer 1 MW-Anlage bei einem Nutzungsgrad von 93% auf drei Jahre geschätzt wird.

Gavin Carlson, Managing Director von Blue World Power und Energy Services, stellte fest, das Unternehmen arbeite an einer Reihe potenzieller Projekte auf dem afrikanischen Markt. „Diese Kleinwasserkraftwerke sind zu unserer Priorität geworden, da sie in der Lage sind, ländliche Gemeinden in Afrika schnell und effizient mit Energie zu versorgen. Zusammen mit Rosatom werden wir die Elektrifizierung Afrikas fördern, indem wir innovative Technologien einsetzen, zu denen Kleinwasserkraftwerke gehören“, schloss Carlson. (Roman Martinek)