Nur ein afrikanisches Land unter Top-Ten-Empfängern deutscher Entwicklungsgelder

Berlin, 15. Oktober 2013. Heute hat der Europaabgeordnete Elmar Brok in einem Interview mit der Südwest Presse mehr Geld für Entwicklungszusammenarbeit gefordert. Bereits gestern rief EU-Kommissar Günther Oettinger Deutschland und die anderen EU-Länder dazu auf, das selbstgesteckte Ziel, bis zum Jahr 2015 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens für Entwicklung aufzuwenden, schnell zu erreichen.

ONE begrüßt diese Unionsvorstöße für mehr Mittel und fordert, dass diese in die Koalitionsverhandlungen aufgenommen werden, zumal das Regierungsprogramm der CDU und CSU ausdrücklich am 0,7-Prozent-Ziel festhält. Die Regierungsprogramme von SPD und Bündnis 90/Die Grünen sehen sogar konkrete jährliche Erhöhungen von einer Milliarde Euro (SPD) und 1,2 Milliarden Euro (Bündnis 90/Die Grünen) vor.

Tobias Kahler, Deutschlanddirektor von ONE, sagte: „Wenn die Koalitionäre demnächst ihre Gespräche aufnehmen, muss auch die Entwicklungszusammenarbeit eine große Rolle spielen. Ich begrüße, dass sich bei der CDU auf europäischer Ebene schon Konsens darüber abzeichnet, die deutschen Gelder für Entwicklungszusammenarbeit anzuheben. Wichtig ist, dass der Fokus auf Unterstützung für die Ärmsten gelegt wird. Unter den Top-Ten-Empfängern deutscher bilateraler Entwicklungsgelder befindet sich nur ein einziges afrikanisches Land.“ Kahler verwies auch auf die besondere Verpflichtung der kommenden Bundesregierung im Jahr 2015: „Die nächste Regierung muss frühzeitig die Weichen stellen, um im Jahr 2015 handeln zu können. Dazu sollten signifikante jährliche Erhöhungen für Investitionen gegen extreme Armut im neuen Koalitionsvertrag verankert sein. 2015 wird die Welt auf uns blicken.“

2015 ist das Stichjahr für die Millennium-Entwicklungsziele, eine neue Agenda für Entwicklung wird verabschiedet und die Zusage, 0,7 Prozent der Wirtschaftsleistung in Entwicklung zu investieren, wird fällig. Außerdem wird Deutschland in jenem Jahr den G8-Vorsitz innehaben. (ONE)