Ölkrise: Algerien will eine Million Arbeitsplätze wegrationalisieren

SAMSUNG DIGITAL CAMERAAlgerien befindet sich in einer ernsthaften Krise angesichts des niedrigen Ölpreises. Um die dadurch kränkelnde Staatskasse zu entlasten, greift die Regierung zu drastischen Maßnahmen, wobei u.a. der Abbau von 40% aller Stellen im öffentlichen Dienst geplant ist. 

Das Erdöl macht 98% der Exporte des Landes aus, fast die Hälfte des BIP und 60% der gesamten Steuereinnahmen des Staates. Da das Land fast alles was es verbraucht, importiert, ist die algerische Handelsbilanz gekippt: 8 Milliarden Dollar Defizit in den ersten sieben Monaten des Jahres 2015, zum ersten Mal seit über 20 Jahren fällt sie so schlecht aus. Dies ist eine direkte Folge des Rückgangs der Ölpreise seit Ende 2014. Die algerische Regierung kündigte an, insgesamt eine Million Arbeitsplätze im Land zu streichen.

Der Minister für Arbeit und soziale Sicherheit, Mohamed El Ghazi, sagte, dass nach Pensionierungen in einigen Verwaltungsbereichen die Stellen nicht durch nachkommende Generationen ersetzt würden, und befristete Stellen würden nicht verlängert.

Nach Angaben der Weltbank beträgt die algerische arbeitende Bevölkerung etwa 12,3 Millionen Menschen, bei einer Bevölkerung von fast 40 Millionen. Der öffentliche Dienst stellt somit 20%. (afrik.com)