ONE Afrika-Top-Themen des Tages

ONE Afrika-Top-Themen des Tages

– Wasserknappheit in Afrika
– Ebola: Weitere alternative Behandlungsmethoden
– Mittelmeer: Größte Häufung von Flüchtlingstoten in diesem Jahr

1. Wasserknappheit in Afrika
Das Handelsblatt behandelt die unter anderem in Afrika immer stärker zutage tretende Wasserknappheit. Laut dem UN-Umweltprogramm UNEP liegen Afrikas erneuerbare Frischwasserreserven etwa ein Drittel unter dem globalen Durchschnitt – bei einem bis 2050 zu erwartenden rasanten Bevölkerungsanstieg auf 2,4 Milliarden (heute: 1,1 Milliarden). Nach Angaben der Afrikanischen Entwicklungsbank verfügen zwei Drittel der auf dem Land lebenden Afrikaner über keine ausreichende Wasserversorgung. Dies sei einer der Gründe, warum sich Ebola in Westafrika so schnell ausbreite. Durch regelmäßiges Händewaschen hätte die Ausbreitung eingedämmt werden können. Ein weiteres Entwicklungshindernis sei die ungleiche Wasserverteilung, besonders in Wassereinzugsgebieten, die an mehrere Länder grenzen. So schüre beispielsweise der in Namibia diskutierte Vorschlag, Wasser des Okawango-Flusses umzuleiten, im benachbarten Botswana Ängste um eine Austrocknung des Okawango-Deltas. Dies könne erhebliche Folgen für den Tourismus und die Landwirtschaft Botswanas haben. Auch der an Niger, Nigeria, Kamerun und Tschad grenzende Tschadsee schrumpfe rapide. So habe er sich innerhalb von 50 Jahren auf etwa ein Zwölftel seiner Größe verkleinert. Brisant sei zudem der von Äthiopien geplante Nilstaudamm, der nicht absehbare Folgen für die Länder abwärts des Flusses habe. Experten fürchten, dass das Vorhaben innerhalb der kommenden 25 Jahre das Potential für bewaffnete Konflikte berge.

2. Ebola: Weitere alternative Behandlungsmethoden
Im aktuellen Spiegel schlägt der Epidemiologe David Heynemann, Direktor des Think Tanks Centre on Global Health Security at Chatham House in London, angesichts der aktuellen Ebola-Epidemie im Westen Afrikas eine Behandlung mit dem Blutserum bzw. -plasma von Ebola-Überlebenden vor. Das Serum enthalte Antiviren gegen den Ebola-Erreger, die die Immunzellen der Überlebenden produziert haben. Bei einem Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo seien 1995 acht Infizierte mit dem Blut Überlebender behandelt worden. Sieben davon hätten die meist tödliche verlaufende Krankheit überlebt. Der Vorteil gegenüber anderen Mitteln sei, dass das Serum sofort einsatzbereit sei. Da die klinische Wirksamkeit noch nicht ausreichend getestet werden konnte, sei eine Begleitung der Therapie mit wissenschaftlichen Studien notwendig, so Heynemann. Wie unter anderem die Welt und sueddeutsche.de berichten, könne Japan ein virenblockendes Grippemedikament in größeren Mengen zur Verfügung stellen, das auch gegen Ebola verwendet werden könne. In Tierstudien seien bereits vielversprechende Ergebnisse zutage gefördert worden, die das Fachmagazin Antiviral Research veröffentlicht habe. Das US-amerikanische Präparat ZMapp sei ebenfalls vielversprechend. Allerdings gebe es derzeit Engpässe und es habe auch nach der Behandlung Todesfälle gegeben. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) halte den Einsatz experimenteller Therapien angesichts der Lage für ethisch vertretbar.

3. Mittelmeer: Größte Häufung von Flüchtlingstoten in diesem Jahr
Unter anderem die Welt und die Frankfurter Rundschau berichten, dass diese Woche über 300 Bootsflüchtlinge im Mittelmeer ertrunken sind. Nach Angaben des UN Flüchtlingshilfswerks UNHCR handelt es sich hierbei um die größte Häufung von Flüchtlingstoten in diesem Jahr. Seit Jahresbeginn seien 1.900 tote Bootsflüchtlinge gezählt worden. Italien rechne bis Jahresende mit über 100.000 Flüchtlingen. Die meisten stammten aus Eritrea, das sich im Krieg mit dem Nachbarland Äthiopien befinde. (ONE, Text und Foto)